Passivrauchen und Rheuma

Rauchen und Rheuma: Was bewirkt Passivrauchen in der Kindheit?

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Auf dem EULAR-Kongress treffen sich jährlich Rheumatologen aus aller Welt. Im Juni 2017 stellten sie dieses Jahr in Madrid ihre neuesten Forschungsergebnisse vor. Unter anderem präsentierten sie auch eine neue Studie, die den Zusammenhang von Passivrauchen und Rheuma erläutert. Denn ihr zufolge steigt das Erkrankungsrisiko für Rheumatoide Arthritis nicht nur durch Rauchen, sondern auch durch Passivrauchen. Bereits im Kindesalter ist der blaue Dunst besonders schädlich und wirkt sich erwiesenermaßen verstärkend auf die Erkrankungswahrscheinlichkeit im Erwachsenenalter aus.

Passivrauchen und Rheuma – die Studienergebnisse

Die Studie basiert auf einer Datenerhebung von über 70.000 weiblichen Teilnehmern, die zwischen 1925 und 1950 geboren wurden. Die Frauen, die bereits in ihrer Kindheit dem Rauchen ausgesetzt waren, erkrankten später häufiger an Rheuma. Das erhöhte Erkrankungsrisiko verdeutlicht der sogenannte „Hazard Ratio“-Wert (HR). Er zeigt die Wahrscheinlichkeit an, mit der einer Personengruppe im Verlauf einer bestimmten Zeitspanne ein Ereignis im Vergleich zu einer anderen Personengruppe widerfährt. Dieses Ereignis ist in diesem Fall das Erkranken an Rheumatoider Arthritis. Wenn es keinen Unterschied zwischen zwei Personengruppen für eine bestimmte Untersuchung gibt, liegt der HR bei 1,0. Raucherinnen ohne Passivrauch-Vergangenheit hatten demnach ein 37 Prozent höheres Risiko (HR 1,37) für die Entwicklung einer RA im Vergleich zu Nichtraucherinnen ohne Passivrauch-Vergangenheit. Bei Raucherinnen mit Passivrauch-Vergangenheit hingegen war das Risiko um 73 Prozent (HR 1,73) erhöht im Vergleich zu Nichtraucherinnen ohne Passivrauch-Vergangenheit.

Bedeutung für die Patienteninformation

Die Ergebnisse zu Passivrauchen und Rheuma zeigen deutlich, dass bestimmte Risikofaktoren durch das eigene Verhalten, aber auch durch das Verhalten von Angehörigen und dem Umfeld geprägt sind. Dabei schlägt sich Rauchen nicht nur negativ auf die Gesundheit und das Gesundbleiben nieder; es verschlimmert auch den Krankheitsverlauf. Eine frühzeitige Aufklärung und ein rechtzeitiges Warnen vor den Folgen des Rauchens seitens der Ärzte sei deshalb essentiell. „Unsere Studie zeigt, wie wichtig es ist, eine Raucher-Umgebung für Kinder zu vermeiden, vor allem in Familien, in denen RA bereits vorkommt“, so Studienleiter Professor Raphaèle Seror der University Hospitals of South Paris in Frankreich.

Doch nicht nur das Passivrauchen hat Auswirkungen auf die Entstehung einer Rheumatoiden Arthritis. Auch Patienten, die selbst zur Zigarette greifen, tun ihrem Körper nichts Gutes. Welchen Einfluss das Rauchen auf die Rheumatoide Arthritis hat und ob es die Entzündungsaktivität beeinflusst, erfahren Sie im Gespräch mit Herrn Professor Kellner .

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