Skala

Methoden der Messbarkeit von Schmerzen bei Rheuma

Aktiv sein
Rheumatoide Arthritis

Bei einer chronischen Erkrankung wie der Rheumatoiden Arthritis sind auch die Schmerzen oft „chronisch“. Dabei gehen somatische, psychische und soziale Faktoren miteinander einher. Der Leidensdruck, der mit anhaltenden Schmerzen einhergeht, wird schnell zum Dauerthema. Deshalb kann es helfen, den Schmerz einmal genauer ins Visier zu nehmen und die Schmerzintensität festzustellen. Denn nur, wenn Schmerzen behandelt werden, kann eine  Chronifizierung effektiv vermieden werden, was letztlich zum Therapieerfolg beiträgt.
Doch welche Methoden der Messbarkeit von Schmerzen bei Rheuma gibt es genau?

Rheuma und Schmerzen: Die Messung per Skala

Eine Art der Schmerzerfassung ist die Messung per Schmerzskala. Die Skala dient dazu, dem Schmerz einen bestimmten Wert zuzuordnen oder abzulesen. Die Werte einer Skala können Zahlen sein. So kann die Stärke der Schmerzen mit einem Wert von 0 bis 10 (0 = nicht vorhanden bis 10 = sehr stark) versehen werden. Diese Skala heißt numerische Rating-Skala, kurz NRS. Viele Patienten drücken ihre Schmerzen jedoch auch mit Beschreibungen wie „leichter“ oder „starker“ Schmerz aus. Diese Methode nutzt die verbale Rating-Skala (VRS). Bei Kindern oft im Einsatz: Die Smiley-Analog-Skala (SAS) mit passenden Gesichtern für das Schmerzempfinden.

 

Die Schmerzdokumentation per Fragebogen

Für eine möglichst umfassende und standardisierte Erhebung ist der Deutsche Schmerz-Fragebogen der Deutschen Schmerzgesellschaft e. V. konzipiert worden. Auf 14 Seiten fragt dieser unter anderem betroffene Körperstellen, die Dauer von Schmerzen, mögliche Ursachen oder zutreffende Aussagen ab. Er integriert zudem verschiedene Rating-Skalen. Ein solcher Fragebogen erleichtert das Arzt-Patienten-Gespräch und bezieht den Patienten aktiv in die Erfassung von Schmerzen bei Rheuma ein.

Das Tagebuch für Rheuma und Schmerzen

Manchmal hilft es auch, über einen bestimmten Zeitraum ein Schmerztagebuch zu führen. Über den Fragebogen hinaus kann dort auch die Entwicklung der Schmerzen und der Therapieverlauf festgehalten werden. Außerdem gibt es Platz für weitere Notizen und Beobachtungen. Ein Schmerztagebuch beinhaltet Felder für den Medikamentenbedarf, den Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme, die Schmerzintensität, aber auch das Schlaf- oder Ernährungsverhalten oder das allgemeine Wohlbefinden.

Warum ist die Messbarkeit von Schmerzen bei Rheuma wichtig?

Sie selbst sind als Patient der Spezialist in Fragen rund um Ihre Schmerzen. Denn nur Sie können deren Intensität und Art beurteilen. Darum ist es wichtig, bei der Messung der Schmerzen immer ehrlich zu sich selbst und Ihrem Arzt zu sein. Der Arzt kann die Schmerzen als Außenstehender nur schlecht beurteilen. Nicht selten kommt es vor, dass man als Patient die Schmerzen als viel intensiver wahrnimmt, als der Arzt es eingeschätzt hätte. Deshalb ist eine ausführliche und sorgfältige Abfrage der Beschwerden wichtig und sinnvoll. Durch die genaue Schmerzdokumentation kann die Therapie optimal eingestellt werden.

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