Europäischer Rheumakongress 2019 – Ein Rückblick

Vom 12. bis zum 15. Juni 2019 trafen sich in Madrid über 15.000 Rheumatologen, Wissenschaftler, Fachkräfte und Vertreterinnen und Vertreter von Patientenorganisation beim Kongress der „European League against Rheumatism“ – kurz „EULAR“. Damit ist der EULAR der europäische Fachkongress der Rheumatologie.

Im internationalen Rahmen fand ein intensiver Austausch zu neuen Entwicklungen bei der Behandlung verschiedener entzündlich rheumatischer Erkrankungen sowie zu Therapiestrategien und zu grundlegenden Untersuchungen im Bereich der Rheumatologie statt. Ein wichtiger Aspekt war z. B. die Vorstellung neuer EULAR-Therapieleitlinien.

Fokus auf die Anliegen von Patienten richten

Neben dem medizinisch-wissenschaftlichen Programm gab es zahlreiche Veranstaltungen, die sich mit speziellen Fragen für Patientinnen und Patienten befasst haben und teilweise auch von Patienten selbst mitgestaltet wurden. Dabei wurden Themen wie der Umgang mit der Erkrankung oder die Transition (der Wechsel von der Behandlung beim Kinderrheumatologen zum internistischen Rheumatologen für Jugendliche mit rheumatischen Erkrankungen) behandelt. Als Kernaussage aus diesen Veranstaltungen lässt sich ableiten, dass eine gute und klare Kommunikation zwischen Patienten und allen Beteiligten von großer Bedeutung ist. Wenn das Behandlungsteam – also Rheumatologe, Fachpersonal, Physiotherapeut, Hausarzt, ggf. weitere Fachärzte – und das persönliche Umfeld über die individuelle Situation des Patienten gut informiert sind, kann dies den Behandlungserfolg positiv beeinflussen.

Zudem gab es Arbeitsrunden, die sich mit grundlegenden Fragen beim Prozess der Entwicklung und Zulassung von neuen Medikamenten befassten. Hier werden auf europäischer Ebene bereits seit über 20 Jahren Patienten mit einbezogen und entsprechend spezielle Belange berücksichtigt. Dieser Prozess wird kontinuierlich weiterentwickelt, denn insbesondere im Bereich der Rheumatologie ist die Beteiligung von Patientenvertretern von besonderer Bedeutung.

Digitalisierung bringt positive Ergebnisse

Auch bei diesem Kongress stand die sogenannte digitale Transformation im Zentrum der Diskussionen. Sei es die Informationsbeschaffung im Internet oder auch die Nutzung von Apps, die eine bessere Aufklärung von Patienten ermöglichen und somit auch die Therapieergebnisse verbessern können. Hier wurde beispielsweise ein Projekt aus Deutschland vorgestellt, das sich allerdings noch in der Entwicklungsphase befindet. Bei Projekten in Schweden oder der Schweiz konnte jedoch bereits gezeigt werden, dass der sinnvolle Einsatz von digitalen Werkzeugen zu positiven Ergebnissen führt.

Wir dürfen also gespannt sein, was die Zukunft bringt! Apropos Zukunft: Im kommenden Jahr findet der EULAR Kongress vom 03. bis 06. Juni in Frankfurt statt!