Der Strong Viking Run: Wateredition in Wächtersbach

„Hast du mal Lust mit mir dabei mitzumachen?“, fragte mich meine Freundin eines Januartages und zeigte mir ein Video, indem Menschen über Baumstämme krochen und durch Schlamm wateten. Ich wurde schnell von ihrem Eifer und ihrer Motivation angesteckt und zusammen erkorten wir den Strong Viking Run als unser Ziel für 2018. Aber vor allem kam mir die Idee, dies auch als Möglichkeit zur Selbstentwicklung zu nutzen.

 

Meine Vorgeschichte

Bei mir ist die Rheumatoide Arthritis nicht im Kindesalter, sondern „erst“ mit Ende 20 aufgetreten. Im Alter von 28 Jahren bekam ich die ersten Symptome und hatte eine achtmonatige Krankheitsphase, inklusive Kortisontherapie, geschwollenen und schmerzenden Gelenken, Kniepunktionen, Basistherapie usw. Betroffen waren bei mir meine beiden Sprunggelenke und beide Knie.

Doch inzwischen bin ich dank meiner Therapie wieder voll bewegungsfähig und auch belastbar.

 

Was ist der Strong Viking Run überhaupt?

Der Strong Viking Run ist ein Hindernislauf mit einem Ziel: die Teilnehmer gehen bei diesem Run an ihre Grenzen. Nicht nur körperlich, sondern auch mental werden die Teilnehmer hierbei gefordert.

Die Motivation, den größten und besten Hindernislauf der Welt auf die Beine zu stellen, treibt den Gründer und sein Team aus ehemaligen Soldaten und Unternehmern an, immer neue und kreativere Hindernisse zu ersinnen.

Die Konzeption des Strong Viking geht dabei, wie der Name schon verrät, auf die Kultur der Wikinger zurück. Sie galten als stark, mutig, abenteuerlustig und unzerstörbar. Dabei steht bei jedem Run die Herausforderung, Gemeinschaft und der Wunsch ins Ziel zu gelangen im Vordergrund.

Es werden den Teilnehmern Strecken mit einer Länge von 7, 13 und 19 km angeboten. Wem das noch nicht reicht, der kann auch alle drei Distanzen hintereinander laufen. Auf jeder Strecke warten dabei diverse, kreative und herausfordernde Hürden auf die Läufer. Natürlich gilt, je länger die Strecke, desto mehr Hindernisse gibt es. Es müssen z.B. steile Holzwände erklommen, Schlammgruben überwunden und unter Stacheldraht durch gerobbt werden.

Dabei dürfen alle Teilnehmer zu jeder Zeit frei entscheiden, ob sie die ganze Strecke durchgehend laufen oder auch einfach entspannt zur nächsten Station gehen um wieder zu Atem zu kommen.

Weiterhin kann jedes Hindernis auch gegen eine kleine „Strafübung“ einfach umgangen werden. Getränkestationen auf der Strecke bieten zudem die Möglichkeit sich kurz auszuruhen und seinen Flüssigkeitshaushalt wieder ins Lot zu bringen.

 

Vorbereitung auf den Strong Viking mit Rheuma

Vor meiner rheumatoiden Arthritis war ich zum Glück sehr aktiv im Bereich Kraft- und Kampfsport und verfügte damit über eine gute körperliche Basis für den Run. Dennoch habe ich vor allem auf Übungen gesetzt, die meine Knie- und Sprunggelenke möglichst entlasten. Für den Konditionsaufbau bin ich regelmäßige Radtouren gefahren. Und zur Kräftigung der Muskulatur trainierte ich mit einer Mischung aus Eigengewichtsübungen, wie Klimmzügen oder Kniebeugen. Auch Übungen mit Kettlebells waren meine Wahl, wenn ich Gewichte nutzen wollte. Dazu kam, dass ich zwei Monate lang einmal die Woche auf einem Trim-Dich-Pfad mit Einlagen unterwegs war.

Beim Essen verzichte ich inzwischen größtenteils auf raffinierten Zucker, Alkohol und rotes Fleisch. Dafür stehen mehr Obst, Gemüse und Nüsse auf meinem Speiseplan. Täglich einige Tassen Tee und auch mal ein bis zwei Tassen Kaffee runden das Ganze dann noch ab.

Um einen Aufbau der Muskulatur zu fördern, ist natürlich auch eine gesteigerte Zufuhr an Eiweiß von Bedeutung. Erreicht habe ich das zum einen durch Fisch, Hähnchen- und Putenfleisch. Aber auch durch pflanzliche Eiweißquellen, wie z.B. Linsen, Erbsen, Kichererbsen und Quinoa.

Da ich meine Muskulatur aufbauen und nicht nur abnehmen wollte, sind so daraus drei große Mahlzeiten und ein Snack täglich für mich geworden.

 

Mein Fazit zum Strong Viking  

Ich muss persönlich zugeben, dass ich den Run dank gutem Schuhwerk und orthopädischen Einlagen ohne große Probleme überstanden habe.

Weder während des Runs, noch danach hatte ich starke Schmerzen oder Schwellungen. Die motivierende Atmosphäre, das Teamwork innerhalb der Gruppe und die allgemeine Euphorie haben mich noch Tage danach ohne Beschwerden laufen lassen. Amüsanter Weise hatte meine Freundin am Tag nach dem Run einen schönen dicken Muskelkater und beschwerte sich darüber, dass ich keinen hatte.

Gastblogger Vollker im Parcours

Wichtig zu erwähnen finde ich noch, dass ich jederzeit darauf geachtet habe meine Beine nicht bis an ihre Grenzen zu belasten. Dafür bin ich zweimal auch einfach gemütlich zum nächsten Hindernis spaziert um meinen Beinen eine Pause zu gönnen.

 

Ich kann euch diese Herausforderung nur ans Herz legen. Man muss nicht der Erste, der Schnellste oder der Krasseste sein, der im Ziel ankommt. Kommt einfach nur ins Ziel und das ohne euch zu überfordern.
Also: Zeigt euch und der Welt, dass man auch mit einer rheumatoiden Arthritis noch leistungsfähig ist!