Beziehung zu dritt: Ich, Du und mein Rheuma

Beitrag vom 11. März 2018 | Bärbel

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Wie ist es mit einer chronischen Erkrankung wie einer rheumatoiden Arthritis (RA) in einer Beziehung? Schmerzen, eingeschränkte Beweglichkeit, Müdigkeit und Erschöpfung sind nicht gerade ideale Bedingungen. Für einen Partner ist das nicht so einfach. Es ist schwer zu verstehen, wenn geschwollene und schmerzhafte Gelenke von einem Tag auf den anderen kommen und gehen. Das ist es ja schon für mich selbst. Wie soll ein Außenstehender verstehen, dass ich an einem Tag kaum gehen kann und am nächsten Tag es so ist, als wäre nie was gewesen?

Eine Freundin sagte mal zu mir, dass sei wie eine Beziehung zu dritt – mein Partner, das Rheuma und ich. Erst habe ich nicht so richtig verstanden, was sie damit meinte. Aber im Laufe der Zeit wurde mir klar, wie Recht sie hatte.

Mein Rheuma und ich

Mein Rheuma will Aufmerksamkeit, fordert Zeit (für Termine mit Ärzten und Therapeuten), und manchmal „streiten“ wir uns auch. Es ist nicht immer einfach mit uns beiden. In meinen Single-Zeiten haben wir uns arrangiert. Ich habe Rücksicht genommen. Ich habe mich ausgeruht, wenn mein Rheuma es verlangte. Wenn es laut wurde und mir in Form eines Schubes deutlich zu verstehen gab, dass ich mich kümmern soll, habe ich das getan. Wir haben viel gemeinsam unternommen, wie zum Beispiel Seminare zum Thema Krankheitsbewältigung und Treffen bei Selbsthilfegruppen. So lange wir zu zweit waren, hat das ganz gut zwischen uns funktioniert – mit Höhen und Tiefen wie in jeder Beziehung.

Beziehung mit Rheuma

Doch mit Partner wird das schwieriger. Jetzt verlangen beide Aufmerksamkeit. Doch meine Zeit und Energie ist sehr begrenzt. Wie soll ich den Bedürfnissen von beiden gerecht werden? Wenn mein Rheuma sich bemerkbar macht, kann ich es nicht ignorieren, aber meinen Partner schon. Damit kann nicht jeder umgehen. Wenn Schmerzen mich im Griff haben, bin ich anstrengend. Schmerzen machen mich verletzlich, aber auch dünnhäutig und aggressiv – keine gute Kombination. Das macht das Zusammenleben von uns dreien nicht einfach. Es erfordert meiner Meinung nach viel gegenseitiges Verständnis, um die richtige Balance zu finden.

Wie siehst Du das? Welche Erfahrungen in einer Beziehung mit Rheuma hast Du gemacht?

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