Zweisamkeit im Bett

Zweisamkeit genießen

Miteinander

So wie eine erfüllte Partnerschaft eine wichtige Stütze im Umgang mit einer chronischen Erkrankung wie der Rheumatoiden Arthritis sein kann, so kann die Erkrankung auch eine Herausforderung für eine ebensolche sein. Schmerzen, ein akuter Entzündungsschub oder Müdigkeit und Erschöpfung können die Lust auf Zweisamkeit und Zärtlichkeit stark beeinträchtigen. Hinzu kommt, dass die Rheumatoide Arthritis das Köperbild und die Selbstwahrnehmung beeinflussen kann. Umfragen zeigen, dass vor allem Frauen Angst davor haben, für ihren Partner nicht mehr attraktiv oder gar sexy zu sein. Statt nach Wegen zu suchen, sich trotz der Beschwerden körperlich nah sein zu können, wird das Sexleben häufig eingestellt. Dabei trägt eine erfüllte Sexualität durch die Befriedigung unserer Bedürfnisse auch entscheidend zur Lebensqualität bei. Und nicht nur das. Sex hat auch eine schmerzlindernde Wirkung. Denn Erregung und Orgasmus setzen körpereigene Steroide und andere Hormone wie Oxytocin fei. Daher haben Rheumakranke nach dem Sex oft sogar weniger Schmerzen. Doch wie lässt sich ein solcher Höhepunkt erreichen?

Ein erster Schritt ist, offen mit Ihrem Partner zu sprechen – darüber, wie es Ihnen geht, welche Zärtlichkeiten und Stellungen beim Liebesspiel sie mögen oder welche Ihnen unangenehm oder unmöglich sind oder warum Sie gerade heute keine Lust haben. Nur dann kann er einschätzen, welche Berührungen für Sie angenehm sind, wann Sie Schmerzen haben oder warum Sie ihn zurückweisen? Genauso wichtig ist es aber auch, Ihrem Partner zuzuhören und seine Bedürfnisse zu verstehen. Gemeinsam haben sie dann die Chance, Ihre Zweisamkeit neu zu entdecken.

Vielleicht können Ihnen die folgenden Tipps dabei ein wenig helfen:

  • Hören Sie auf Ihre innere Uhr: „Wann ist für mich der optimale Zeitpunkt?“ Durch Morgensteifigkeit oder die abendliche Erschöpfung fühlen sich die meisten Rheumapatienten nachmittags am besten. Reservieren Sie sich am Wochenende doch mal Zeit zu Zweit.
  • Gönnen Sie sich ein intensives Vorspiel: Ein warmes Bad mit Kerzenlicht und Musik, vielleicht auch eine sanfte Massage mit Duftölen entspannen, lockern die Muskulatur und können die Vorfreude erheblich steigern.
  • Beziehen Sie Stellung: Ihre betroffenen Gelenke sollten so wenig wie möglich durch das Gewicht Ihres Partners belastet werden. Als Rheumapatient sollten Sie also eher „oben“ bleiben – die Missionarsstellung ist für Frauen deshalb weniger geeignet. Besser ist für viele die „Löffelchen“-Position, bei der beide seitlich nebeneinander liegen, sie vorn, er hinten. Vielleicht hilft Ihnen bei bestimmten Stellungen aber auch ein Kissen, dass sie unterlegen können, um betroffene Gelenke zu entlasten. Probieren Sie es aus!
  • Vereinbaren Sie ein geheimes Zeichen: Ein leiser Laut oder ein kleiner Klaps und Ihr Partner weiß sofort „Halt, das tut weh!“. So kann er schnell reagieren und diese Aktion stoppen, ohne dass das Liebesspiel wegen stimmungstötender Schmerzäußerungen komplett abgebrochen werden muss.
  • Fragen Sie die medizinischen Experten: Schmerzen sind Lustkiller. Ihr Rheumatologe kann Ihnen Tipps zum richtigen Zeitpunkt bei der Einnahme von Schmerzmitteln geben. Bei Scheidentrockenheit kann Ihnen Ihr Frauenarzt geeignete Gleitmittel empfehlen. Zudem profitieren viele Menschen mit einer chronischen Erkrankung bei Beziehungsproblemen auch von einer psychologischen Unterstützung in Form einer Paartherapie.
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