Ansgar trinkt Kaffee

Mit Rheuma an meinem Arbeitsplatz

Beitrag vom 8. November 2014 | Ansgar

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Im Job

Hallo zusammen, meine Name ist Ansgar, ich bin 28 Jahre alt und leide seit 22 Jahren an RA (rheumatoider Arthritis). 9 Jahre stehe ich jetzt im Berufsleben und möchte euch in diesem Gastblog gerne an meinen Erfahrungen im Umgang mit Rheuma am Arbeitsplatz teilhaben lassen.

Vorweg möchte ich sagen, dass es hier weder richtig noch falsch gibt, ich denke jeder hat eine andere Wohlfühlzone, in der er sich bewegt.

Mir hat sich vor Vorstellungsgesprächen immer die Frage gestellt: „Spreche ich es an oder lasse ich es lieber bleiben?“. Generell bleibt es einem selbst überlassen, denn verpflichtet ist man dazu keineswegs. Ich wartete ab, wie die Gespräche verliefen und entschied ich mich dann es anzusprechen. Das Feedback, welches ich bekam, war rundum positiv; es kam immer gut an offen und ehrlich mit meiner Krankheit umzugehen. Die 5 Urlaubstage mehr im Jahr nehme ich dann gerne in Kauf 🙂 (wenn die Voraussetzungen für einen Schwerbehindertenausweis erfüllt sind). Einen Teil davon verwende ich auch für Arztbesuche beim Rheumatologen, so bin ich einfach flexibler was die Uhrzeiten angeht.

Auch im Umgang mit meinen Arbeitskollegen pflege ich die offene Variante. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich gleich mit der Tür ins Haus falle. Es gibt immer wieder Situationen in denen ich angesprochen werde: „Ansgar heute läufst du nicht so ganz rund.“. Wenn ich für den Satz jedes Mal einen Euro bekommen hätte, wäre ich heute wahrscheinlich Millionär. Höre ich ihn dann auch gefühlte 1000mal, möchte ich auch gerne mal aus der Hose springen. (An solchen Tagen aber ganz schlecht). Auf der anderen Seite meinen es die Menschen um einen herum ja nicht böse, sondern zeigen Interesse.

Ich hatte Anfang des Jahres zwei Schübe und bin ca. 6-7 Wochen ausgefallen. Durch meine offene Umgangsweise mit Chefs und Kollegen, habe ich nach der schweren Zeit allerhand Unterstützung erhalten: zum Beispiel einen höhenverstellbaren Schreibtisch. Aber auch noch etwas viel Wichtigeres: und zwar die Erkenntnis für mich, durch die offene Art und Weise wie ich mit meiner Erkrankung umgehe, etwas bewegt zu haben.

Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, ist in den Kommentaren viel Platz. 🙂

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3 Kommentare

  • Bärbel | |

    Ich findes es bewunderswert, wie offen du mit deiner Erkrankung umgehst. Mir ist das nie so leicht gefallen. Villeicht war auch das mein Fehler. Früher habe ich im Job gar nicht über mein Rheuma gesprochen, heute bin ich etwas entspannter damit. Aber ich überlege trotzdem sorgfältig, wem ich davon erzähle. Ich habe aber leider auch schlechte Erfahrungen machen müssen, wie ich schon mal in einem meiner Beiträge berichtet habe: https://rheumahelden.de/pro-contra-schwerbehindertenausweis/
    Ich bin da absolut deiner Meinung: Es gibt in diesem Bereich kein richtig oder falsch. Jeder muss das für sich entscheiden.

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  • Nicole | |

    Hallo Ansgar, ich finde es richtig und gut, wie Du mit der Erkrankung umgehst. Ich hab es auch immer so gemacht und bin nie schlecht gefahren…… und Millionärin wäre ich sicher auch schon…. mehrfach 🙂

    Ich wünsche Dir weiterhin, dass Du weitestgehend positive Erfahrungen machst.

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  • Smiles | |

    Danke für das nette Feedback.

    @Bärbel: ich denke ein gewisser Schutzmechnismus ist bei jedem Vorhanden. Gegenüber wem du Ihn ablegst bleibt ja zum Glück ganz dir überlassen. 🙂 Ich sag mir immer entweder es läuft gut oder ich hab was daraus gelernt.

    @Nicole: schön das es dir genauso geht. Bleib weiterhin so positiv 🙂 und das mit den Erfahrungen gebe ich gerne zurück, vor allem an Alle die den Beitrag lesen.

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