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Abenteuerreise Kuba – unterwegs mit Rheuma | Gastblogger Ansgar

Hallo liebe Rheuma-Helden, ein lang gehegter Wunsch von mir war es schon immer größere Reisen zu unternehmen. Was mich bisher davon abgehalten hat, war die Sorge um die medizinische Versorgung im Ausland. Gerade weil ich nicht als typischer Pauschaltourist unterwegs sein möchte, sondern als Backpacker hautnah mit Land und Leuten in Kontakt kommen möchte. Die Reiselust meiner Freundin war nun der finale Anstoß diesen Wunsch wahr werden zu lassen.

Unser Ziel: 4 Wochen Kuba – und das so schnell wie möglich!

Trotz der großen Vorfreude schossen mir viele Gedanken durch den Kopf: Schaffe ich eine längere Wanderung? Wie werden meine Gelenke auf einen 11 Stunden Flug reagieren? Wie schnell kann ich mich regenerieren? Wie kann ich meine Spritzen kühlen? Fragen über Fragen…

Nach einem Beratungsgespräch mit meinem Rheumatologen nahm er mir die Bedenken und gab mir hilfreiche Tipps für mein Vorhaben. Er gab mir den Rat mich mit dem Patientenprogramm meines Medikamentenherstellers in Verbindung zu setzen. So konnte ich Genaueres über die Lager- und Transportweise meines Medikamentes erfahren. Ich besorgte mir für meine Spritzen eine Kühltasche mit Kühlakku (stets mein treuer Begleiter), damit ich sie in Kuba von Unterkunft zu Unterkunft problemlos transportieren konnte. Während des Fluges bat ich die Stewardess die Spritzen gekühlt zu lagern. Sie meinte, dass dies normalerweise nicht möglich ist, aber nachdem ich ihr meine Situation schilderte, lagerte sie meine Spritzen ein. Ein Tipp von mir: Erkundigt euch am besten vorher bei der Fluggesellschaft, ob dies möglich ist, so entgeht ihr eventuellen Unannehmlichkeiten.

Um meine Gelenke beweglich zu halten, habe ich verschiedene Beweglichkeitsübungen gemacht (alle kann man natürlich nicht machen, aber einige sind super möglich), die ich zuvor im Internet recherchiert hatte. Dadurch hatte ich kaum Schmerzen während des Fluges und ein gutes Gefühl.

In Kuba angekommen nutzte ich den ersten Tag am Strand, um mich zu akklimatisieren und mich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Ich steigerte mich Tag für Tag, Woche für Woche. Zuerst erkundete ich Havanna zu Fuß (aufgeteilt auf 3 Tage), dann begab ich mich auf kleinere Wanderungen (circa 2 Stunden) durch das Viñales Tal mit anschließendem Reitausflug. Dieser verlangte jedoch meinen Hüftgelenken alles ab. Selbst die zuvor eingenommene Schmerztablette verpuffte schneller im Sattel als mir lieb war. Eine derartige Belastung zwang mich dazu nach 40 Minuten wieder abzusitzen und den Ausflug zu Fuß fortzusetzen. Um mich von den Strapazen wieder etwas zu erholen, folgte (am Heiligen Abend) ein ruhigerer Strandtag mit Schnorchelausflug. Im weiteren Verlauf der Reise fand ich dann eine gute Balance zwischen Abenteuer und Erholung: ob es das Schwimmen mit den Delfinen, das Zigarre rauchen auf der Terrasse oder die Wanderung zu einem der höchsten Punkte Kubas war.

Während der Reise hörte ich stets auf meine Gelenke und passte die Belastung dementsprechend an. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass mit guter Vorbereitung viele Wünsche und Träume in Erfüllung gehen können.

Sonnige Grüße, Euer Ansgar