Zwei Liegestühle im Garten

Mein Zeitmanagement mit Rheuma

Beitrag vom 8. Juli 2014 | Bärbel

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Miteinander

Ich muss leider oft feststellen, dass meine Energiereserven nicht so weit reichen, wie ich mir das wünsche. An manchen Abenden (und an schlechten Tagen auch schon an manchen Nachmittagen) habe ich das Gefühl, dass mein Energieakku einfach leer ist. Ich bin dann so müde und möchte nur noch meine Ruhe haben – nicht mehr sprechen und nichts mehr tun. Kennst du das Gefühl? Wie gehst du damit um?

Ich habe mich im Laufe der Jahre darauf eingestellt und mein Zeitmanagement darauf abgestimmt. Das klingt jetzt vielleicht etwas hochtrabend, aber es trifft es ganz gut. Denn ich muss mir meine Energiereserven einteilen, sonst werde ich frustriert, weil ich keine Kraft mehr habe, für die Sachen, die ich machen möchte und die mir Spaß machen. Ich erledige nur die wirklich notwendigen Dinge, überlege, was ich auch gut am nächsten Tag machen kann, ich mache Pausen, ruhe mich aus und achte auf mich. Das beinhaltet bei mir auch früh schlafen zu gehen, so dass ich ausgeruht in den nächsten Tag starten kann.

Doch trotzdem trifft es mich manchmal unerwartet. Letzte Woche war mal wieder so ein Tag. Ich habe gearbeitet und bin am späten Nachmittag zum Sport. Dort habe ich eine knappe Stunde mein Muskelaufbautraining gemacht und habe mich anschließend mit Freunden auf ein Glas Wein getroffen. Doch es wurde leider kein netter, lustiger Abend wie ich es mir gewünscht hatte. Mein Akku war schlagartig leer. Ich war müde, konnte nicht mehr Sitzen und meine Gelenke schmerzten. Es war zu viel. Ich habe es nicht mehr geschafft. Was für Gesunde ein ganz normaler Tag ist, ist für mich manchmal zu viel.

Wenn ich auch mit meinem Zeitmanagement nicht immer erfolgreich bin, so habe ich doch schon einiges in meinem Leben zum Positiven verändert, damit ich besser mit meiner rheumatischen Erkrankung im Alltag klar komme. Ich muss einen Weg finden, sonst habe ich immer das Gefühl, dass das Rheuma mein Leben bestimmt und nicht ich.

Was ich geändert habe?

  • Ich habe geübt über dreckiges Geschirr oder Fußböden hinwegzusehen und das Aufräumen und Putzen dann
    zu machen, wenn es meine Energie und meine Gelenke zulassen.
  • Ich plane ruhige Tage ein, wenn ich zuvor lange oder anstrengende Tage hatte.
  • Es gibt Wochenenden, da nehme ich mir nichts vor und mache nur wozu ich Lust habe.
  • Ich übe auch mal „Nein“ zu sagen, wenn ich anderen einen Gefallen tun soll bzw. wäge stärker ab als früher,
    ob ich anderen ein Gefallen tue.

Ich würde sagen, ich gehe bewusster mit mir, meinem Körper und meiner mir zur Verfügung stehenden Energie um. Aber das gelingt leider nicht immer. Kennst du das auch? Wie gehst du damit um?

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4 Kommentare

  • hyrax | |

    Und ob ich das kenne. Von meinen sogenannten “Freunden” habe ich mich zurückgezogen. Die laugten mich nur noch mehr aus und gaben mir allesamt das Gefühl, dass ich einen Charakterfehler habe. Von der Familie kann ich mich (Vater 92/Stiefmutter 86) nicht zurückziehen. Es ist meine Pflicht, Ihnen zur Seite zu stehen. Auch diese geben mir ständig das Gefühl, dass meine Charakterstruktur schuld sei an meiner “Befindlichkeitsstörung”. Hat jemand von Euch eine Idee, wie ich mit diesem Frustpotenzial umgehen kann, ohne auch noch depressiv zu werden?

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  • Mareike | |

    Die Energielosigkeit kenne ich gut. Verabredungen werden manchmal echt zu einer scheinbar nie enden wollenden “Muss”-Veranstaltung, obwohl ich tolle Freunde um mich habe. Aber an schlechten Tagen ist es manchmal einfach schon zu viel nur zuhören zu müssen und ich kann mich nur schwer auf die Gespräche konzentrieren. Da ich in meinem Beruf schichte habe ich mir auch angewöhnt immer wieder ein freies Wochenende komplett zu blocken um nur Zeit für mich und meinen Partner zu haben. Auch in meiner Arbeit nehme ich mich ein Stückchen zurück und muss nicht immer alles an mich reißen. So minimiere ich den Stress und das wiederum hat sehr positive Auswirkungen auf mein Rheuma.

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  • hyrax | |

    Hat jemand von Euch auch 24-Stunden Pflegearbeit für alte und aggressive Familienangehörige zu leisten? Mittlerweile
    gehe ich wirklich auf dem “Zahnfleisch”. Es sind noch andere gesundheitliche Probleme hinzugekommen (Durchfall seit
    Ostern, angeblich Prurigo seit fast 5 Jahren). Für diese Zipperlein gibt es keine gesicherte ärztliche Diagnose, wird nicht
    nur von meinen Eltern sondern auch von medizinischem Fachpersonal als “neurotische Charakterschwäche” abgetan.
    Das war zunächst (nur) frustrierend, lässt mich in letzter Zeit aber gelegentlich in depressive Episoden verfallen.
    Wie würdet Ihr das Problem anpacken, wenn die Eltern jegliche professionelle Hilfe verweigern? Ich glaube nicht, dass
    ich das noch länger wegstecken kann!

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  • Bärbel | |

    Das ist eine große Belastung, die Du da zusätzlich tragen musst. Ich würde auf jeden Fall mal bei der Krankenkasse nachfragen, welche Möglichkeiten der Unterstützung es gibt. Vielleicht hilft Dir auch eine psychologische Unterstützung in Form eines Psychotherapie. Das gibt es von der Krankenkasse bezahlt. Mir hat das in vielerlei Hinsicht geholfen. Ein Versuch ist es wert. Ich drücke Dir die Daumen. Herzliche Grüße, Bärbel

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