Was tun bei Rheuma und Depressionen?

Allgemein

Eine Rheumaerkrankung kann mit Schmerzen, körperlichen Einschränkungen und mit Sorgen einhergehen. Wann beruhigen sich die Entzündungen wieder? Werden sich meine persönlichen Wünsche trotz der Erkrankung erfüllen lassen? Das Gedankenkarussell kann einen ganz schön auf Trab halten und das ist auch völlig normal. Doch wann ist man einfach nur mal in einer betrübten Phase und wann sprechen Mediziner von einer Depression? Beobachten Sie die Anzeichen genau und vertrauen Sie sich frühzeitig einem Experten an.

Der Zusammenhang von Rheuma und Depressionen

Eine rheumatoide Arthritis verläuft in der Regel schubweise. Denn beschwerdefreie Phasen können sich mit Phasen starker Schübe oder Schmerzen abwechseln. Diese Achterbahnfahrt kann auch die Seele aus dem Gleichgewicht bringen. Oftmals sind es die Unvorhersehbarkeit, eine nicht richtig eingespielte Therapie oder auch das Auftreten von Begleiterscheinungen, die auf die Moral drücken können. Auch die Persönlichkeit spielt eine große Rolle dabei, wie eine bestimmte Situation empfunden oder gedeutet wird.

Im Unterschied zu depressiven Verstimmungen ist eine Depression durch bestimmte Merkmale gekennzeichnet. Meist wird die sogenannte Hamilton-Depressionsskala (HAMD)1 herangezogen, um eine Depression auszumachen. Die Rheumaerkrankung selbst ruft nicht verstärkt eine Depression hervor. Dennoch sind Rheumapatienten häufiger von einer Depression betroffen. Etwa 15 bis 20 Prozent aller Rheumatiker leiden an einer Depression.2

Hilfe annehmen

Depressionen lassen sich in aller Regel gut behandeln. Sowohl der Hausarzt als auch der Rheumatologe helfen Ihnen weiter, wenn Sie sich Ihnen anvertrauen. Ihnen ist bekannt, dass Depressionen im Zusammenhang mit Rheuma möglich sind. Als erster Ansprechpartner können sie Sie an einen Psychotherapeuten oder einen Psychiater weitervermitteln. Psychotherapeuten können den Betroffenen in Form einer Gesprächstherapie weiterhelfen. Nach den ersten sogenannten probatorischen Sitzungen entscheiden Psychotherapeut und Patient gemeinsam, ob die Therapie fortgeführt wird oder nicht. In manchen Fällen kann auch der Wechsel zu einem anderen Therapeuten helfen. Psychiater können zusätzlich auch Medikamente wie Antidepressiva verschreiben. Auch die richtige Einstellung  der Rheuma-Medikamente ist wichtig, weshalb sie diese unbedingt mit ihrem Rheumatologen besprechen sollten.

Generell gilt: Fühzeitiges Reagieren ist für eine erfolgreiche Therapie wichtig. Sollten bei Ihnen erste Anzeichen von schweren depressiven Gedanken bis hin zu Suizidganken auftreten, sollten Sie sich umgehend an einen Arzt Ihres Vertrauens wenden und prefessionelle Hilfe annehmen.

Selbst aktiv werden

Bewegung und Sport haben erwiesenermaßen einen positiven Effekt auf unser seelisches Gleichgewicht. Natürlich kann es bei einer rheumatoiden Arthritis nicht immer das Fitnessstudio oder der Lauftreff sein. Doch schon regelmäßige Bewegung, wie Spazierengehen an der frischen Luft,  Radfahren, Schwimmen oder sanfte Bewegungsarten wie Qi Gong oder Yoga helfen zum einen, den Körper beweglicher zu machen und zum anderen, aus dem Gedankenkarussell auszubrechen.

Quellen:

1. https://portal.hogrefe.com/dorsch/hamilton-depression-skala-hamd/

2. https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/rheuma/article/441233/rheuma-patienten-oft-depressiv.html

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