Rheuma und Freunde - Bloggerin Anna - Rheumahelden

Was passiert im Freundeskreis, wenn man krank ist?

Bevor ich krank wurde, habe ich immer gedacht: Meine Freunde bleiben meine Freunde, bis ich alt bin – egal, was passiert. Das war wohl etwas naiv von mir … Als ich die Diagnose Morbus Bechterew erhielt, hörte ich noch von allen Ecken, dass wir das zusammen durchstehen und dass alle jederzeit für mich da sind. Bei meiner Erkrankung ist es so, dass die Schübe manchmal über Nacht kommen und ich nie genau sagen kann, wie schnell sie wieder gehen. So kann es auch mal sein, dass ich ganz kurzfristig eine Verabredung absagen muss. Dafür hat dann leider kaum einer Verständnis. Und nach kurzer Zeit fing es dann an, dass sich viele von mir abwandten.

Die besten Freunde bleiben

Ich habe fünf richtig gute Freundinnen, die mir auch während meiner Krankheit immer zu Seite stehen, egal, was ist. Wenn wir eigentlich an einem Abend feiern gehen wollen und es mir aber nicht gut geht, dann feiern wir halt mit einer Flasche Sekt für die Mädels und einem Tee oder Wasser für mich bei mir zuhause und quatschen den ganzen Abend. Und für meine Freundinnen ist es das Selbstverständlichste auf der Welt, auch einmal Rücksicht zu nehmen oder früher von einer Party weggehen zu müssen, weil es mir nicht gut geht. Und egal, wie oft ich kurzfristig absage, sie bleiben einfach da. Ich bin einfach froh, Euch zu haben, Kathrin, Laura, Michi, Lisa und Anja. Danke, dass Ihr einfach so seid, wie Ihr seid und dass ich mich immer auf Euch verlassen kann. Es gibt nichts Wichtigeres, als gute Freunde zu haben, auf die man sich verlassen kann, wenn man krank ist. Man sollte sich an die halten, die einem guttun. Denn egal, wie schlecht es einem geht, genau diese Freunde schaffen es, dass es einem besser geht.

Mein Freund

Anna und ihr Freund - Freund und Rheuma - Bloggerin Anna - Rheumahelden

Am schwierigsten ist es jedoch für den Menschen, der einen 24 Stunden „ertragen“ muss. Und umso schöner ist es, wenn dieser Mensch nach einer schlimmen Zeit immer noch da ist. Am Anfang der Erkrankung gab es eine Zeit, in der ich weder allein aufstehen noch mich allein anziehen konnte. Bei allem musste mir jemand helfen und derjenige war mein Freund Pascal. Die Zeit muss wohl für ihn gewesen sein wie eine Autofahrt mit drei Kindern auf der Rückbank. Jede Minute sagt eines davon: „Ich habe Hunger.“ „Ich habe Durst.“ „Ich muss mal.“ „Wie lange noch?“ Aber er ist noch da und ist nicht gegangen. Er hat mich zum Arzt gebracht, mich angezogen, mir etwas gekocht, mir etwas zu trinken gebracht und er war einfach da. Auch heute noch muss er viel Verständnis für mich aufbringen in den verschiedensten Formen, egal, ob es um Urlaub geht oder darum, welchen Ausflug wir machen. Bis vor ein paar Monaten wollte ich nicht weiter als nach Holland verreisen. Das ist ja für ein junges Paar eher unüblich. Jetzt, wo wir noch keine Kinder haben, sollten wir eigentlich durch die Welt reisen und viel erleben. Aber das geht mit mir leider nicht oder noch nicht. Aber egal, wie viele Kompromisse Pascal mit mir machen musste, oder wie sehr ich ihn genervt habe; er hat die ganze Zeit zu mir gehalten und ist geblieben, wo andere vielleicht gegangen wären. Er ist für mich einfach das perfekte Gegenstück und jeder, der so einen Partner hat, sollte froh und dankbar sein. Es macht die Zeit erträglich, in der es einem nicht gutgeht.