Mehrere Silhouetten von tanzenden Menschen

Sport, Rheuma und ich

Beitrag vom 28. November 2013 | Bärbel

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Wenn ich meinen Rheumatologen fragen würde, welche Sportart gut für mich ist, dann würde er vermutlich Schwimmen und Nordic Walking antworten. Ich habe beides ausprobiert und fand beides langweilig. Dann habe ich es gemeinsam mit einer Freundin versucht. Aber das hat nicht wirklich eine Verbesserung gebracht. Das Reden war zwar nett, aber weder das Schwimmen noch das Walken haben mir gefallen. Und dann waren auch noch meine Schmerzen. Wenn der Körper schmerzt, ist es nicht so einfach den sowieso schon vorhandenen Schweinehund zu überwinden. Innerlich hatte ich ja auch eine Ausrede für mich. „Ich bin doch krank.“ Muss ich wirklich Sport machen?
Was vielen wahrscheinlich schon klar ist, ich aber lange nicht so richtig sehen wollte: Sport ist gesund – auch mit Rheuma (rheumatoider Arthritis, RA) bzw. gerade mit Rheuma. Aber Schwimmen oder Nordic Walking allein kann es doch nicht sein. Es muss noch mehr geben, was ich machen kann. Also habe ich mich auf die Suche gemacht, welche Sportart mir Spaß machen könnte. So fand ich das Salsa tanzen. Schöne fließende Bewegungen, Musik, die mir gefällt und ich musste mich so auf meine Füße konzentrieren, dass ich meinen Alltag vergessen konnte. Auch wenn ich mich an schlechten Tagen wegen Schmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung dazu aufraffen musste, war ich danach immer stolz, dass ich es gemacht hatte und fühlte mich besser. Leider kam dann ein Schub, der mich lahmlegte. Meine Knie und Sprunggelenke waren so geschwollen, dass Stehen schon anstrengend für mich war. Das Tanzen konnte ich erst mal vergessen.

Als der Schub dann langsam nachließ, habe ich mich auf den Aufbau von Muskulatur konzentriert. Ich begann eine medizinische Trainingstherapie und trainiere jetzt zweimal pro Woche an Geräten mit leichten Gewichten.
Das tut mir sehr gut. Mein Gang ist wieder stabiler, Treppen steigen geht wieder und die Schmerzen werden durch die Bewegung besser. (Wenn dich dieses Training interessiert, solltest du mit deinem Rheumatologen darüber sprechen.)
Aber den Spaß wie beim Salsa habe ich dabei nicht. Noch bin ich leider nicht so weit, dass das Salsa tanzen wieder geht, aber ich arbeite daran. Für die Zwischenzeit habe ich Zumba entdeckt. Da ich mir ziemlich sicher war, dass ich eine ganze Stunde im Fitness-Studio nicht schaffen würde, habe ich mir eine DVD gekauft. Da kann ich – je nachdem wie es mir geht – vorspulen, Pause drücken oder auch einfach aufhören. Das macht Spaß! Aber mit der Motivation habe ich an schlechten Tagen immer noch so meine Probleme.
Wer kann von seinen Sport-Erfahrungen berichten? Was tut Dir gut? Hast du einen Motivationstipp für mich?

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3 Kommentare

  • Molly | |

    Meine Rheumatoide Osteoarthritis erlaubt mit nicht mehr so ganz viele Sportarten,beim Schwimmen tun Knie- und Hüftgelenke weh,joggen geht schon seit 15 Jahren nicht mehr. Was ich mir aber nicht nehmen lasse,ist das (freizeitmässige) Reiten auf meinen Islandpferden! Diese haben die Gangart Tölt, in der man relativ erschütterungsfrei getragen wird, außerdem sind sie nicht so riesig wie andere Pferde, haben aber reichlich Kraft und Vorwärtsdrang, um den Reiter flott auch über längere Strecken zu transportieren. Ich muss mich beim Reiten,ausschließlich im Gelände, ganz auf das Pferd konzentrieren und gedanklich bei dem Tier bleiben, da treten Schmerzen und Depressionen (durch tagelange Schmerzen…) in den Hintergrund.Man sitzt nicht nur auf dem Pferd,sondern muss viel mitarbeiten und auf eine aufrechte Haltung achten,so dass nach einem Ritt der Geist erfrischt und der Körper ohne zuviel Belastung bewegt ist! Liebe zum Pferd ist natürlich Voraussetzung…

    • Bärbel | |

      Liebe Molly, danke für deinen Kommentar. Ich finde es toll, dass du eine für dich passende Sportart gefunden hast, die dir Freude bereitet. Auch wenn manches viellicht mit der Erkrankung nicht geht, so sollte doch jeder schauen, was geht. Ich habe vor einiger Zeit auch einmal Therapeutisches Reiten versucht. Das war unglaublich toll. Das Pferd hat durch seine langsamen Bewegungen meinen Körper ganz sanft bewegt. Da ich zu diesem Zeitpunkt starke Schmerzen hatte (nicht nur in den Gelenken, sondern auch mein ganzer Körper schmerzte), war das eine Wohltat für mich. Außerdem war es ein tolles Gefühl auf so einem Tier zu sitzen und die Wärme und Ruhe zu spüren. Das hat mich auch innerlich entspannt. Ich kann gut nachvollziehen, dass Schmerzen und Depressionen dadurch in den Hintergrund treten. Bei mir war das auch so.

  • Mareike | |

    Ich habe RA in den Händen und musste vor wenigen Tagen leider aufhören mit dem Training im Fitnessstudio. Was mir sehr gut tut ist Yoga (lernen zu entspannen ist im Schub sehr hilfreich für mich und die Dehnung tut dem Körper einfach gut), Faszientraining und schwimmen gehen.

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