Ansgar zeigt auf eine Burg

Mein Sport mit Rheuma

Beitrag vom 28. November 2015 | Ansgar

Blog
Aktiv sein
Rheumatoide Arthritis

Hallo Ihr Lieben, seitdem ich an rheumatoider Arthritis (RA) erkrankt bin (7. Lebensjahr), ist Sport für mich ein großes Thema. In diesem Blog möchte ich euch darüber berichten: Welcher Sport mir und meinen Gelenken gut tut, was ich mir nicht zugetraut habe und jetzt zutraue und was meine Motivation ist dran zu bleiben!

Gerade bei einer rheumatischen Grunderkrankung ist nach Empfehlung der Ärzte die Auswahl nicht sehr groß.
Empfohlen werden die Klassiker wie Schwimmen, Fahrrad fahren und Nordic Walking. Hauptsache entlastend und gelenkschonend. Ich habe trotz rheumatoider Arthritis jahrelang Fußball in meiner Jugend gespielt. Ich wollte nicht länger nur zuschauen und die Spieler anfeuern. Ich wollte selbst auf dem Platz stehen und das Adrenalin fühlen, wenn man ein
Tor schießt. In diesen 90min war ich frei – frei im Kopf, frei von Schmerzen und voll auf den Ball und mein Team fokussiert. Auch wenn meine Ärzte und meine Mutter anfangs sehr besorgt waren, habe ich es einfach getan, weil ich Spaß daran hatte und es mir gut getan hat. Entscheidend war hierbei, dass ich auf meine Gelenke gehört habe, wenn es mir nicht gut ging und es nicht übertrieben habe.

Momentan besteht mein Sport aus Schwimmen 🙂 und Fitness. Gerade beim Schwimmen trainiert man super die Rotation der Gelenke, ohne sie groß zu belasten, stärkt die Rückenmuskulatur und auspowern kann ich mich auch. Im Bereich der Fitness/Gymnastik mache ich ein leichtes Krafttraining (Theraband), um die Muskulatur gezielter aufzubauen und meine Gelenke beweglich zu halten. Denn gerade eine gestärkte Muskulatur entlastet die Gelenke ungemein.

Diese Kombination tut mir unglaublich gut und lässt mich leichter durch den Alltag gleiten. Vor ein paar Monaten noch fiel es mir sehr schwer, die Füße abzutrocknen und die Socken anzuziehen. Das wirkte in meinen Augen umständlich und ich habe mich geärgert es nicht ganz normal wie meine Freunde zu beherrschen. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, ich würde es aufgrund meiner Gelenksituation nie richtig können. Das nervte mich sehr. Ich spürte, an meiner Einstellung etwas ändern zu müssen.

Meine Freundin hat mir die Motivation und den Denkanstoß gegeben, nicht einfach nur zu jammern, sondern aktiv daran zu arbeiten. Ich habe angefangen durch gymnastische Übungen (Theraband) an der Beweglichkeit meiner Gelenke zu arbeiten. Dazu kamen auch noch verschiedene Dehnungsübungen. Ich lernte auf einmal aus einer Situation, die ich mir nicht zugetraut hatte, die Chance zu ergreifen, meine Lebensqualität zu erhöhen. Erstaunt war ich vor allem, dass es mir bereits nach wenigen Monaten nicht nur möglich war problemlos die Füße abzutrocknen und die Socken anzuziehen, sondern auch einen Topf aus dem untersten Regal zu holen, mich im Park auf eine Decke zu setzen und ohne mich abzustützen von einem flachen Sofa aufzustehen.

Ich habe nun das Gefühl den Alltag leichter bewältigen zu können.
Allein der Wille den derzeitigen Zustand beizubehalten, motiviert mich immer weiter an mir zu arbeiten. Dabei ist es mir wichtig, Sport zu machen, der mir auch wirklich Spaß macht. Auch wenn es manchmal schwer fällt und man den Glauben nicht hat, heißt das noch lange nicht, dass man etwas nicht kann. Nicht nur der Wille versetzt Berge, sondern auch der Glaube an sich selbst.

Mein Rat: Traut euch. Liebe Grüße, euer Ansgar

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2 Kommentare

  • JoshCash1988 | |

    ich kann genau dieses Gefühl nachvollziehen Ansgar, ich stehe fast in der selben Situation, habe auch seit der Kindheit “Rheuma” und spiele schon mein lebenlang Fussball, der Arzt rät mir zwar davon ab aber es ist einfach mein Leben…. Daumen Hoch !!!!
    Super Beitrag zur Motivation =)

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  • Smiles | |

    Hey Josh, freut mich das dich mein Beitrag motiviert. Ja Fußball war und ist ein großer Teil meines Lebens. Wenn es mir weiter so gut geht werde ich den nächsten Wochen endlich wieder spielen gehen. 🙂 Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß und Erfolg beim spielen. Wie gesagt solange du auf deinen Körper hörst wird die Freude den Schmerz immer überwiegen. Ich drück dir die Daumen, dass es so bleibt und du noch lange spielen kannst.
    Lg Ansgar

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