Rheuma-Selbsthilfe: Warum ich mich engagiere?

Beitrag vom 29. Juni 2017 | Bärbel

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Ich habe lange Jahre die Selbsthilfe abgelehnt. Wozu brauche ich das? Ich schaffe das schon. Ich bin stark. Doch irgendwann habe ich Menschen kennengelernt, die sich in der Rheuma-Liga engagieren. Ich war beeindruckt und habe angefangen auch aktiv zu werden. Aber geht das neben Job, Freunden und schließlich habe ich ja auch noch eine rheumatoide Arthritis. Ist das nicht zu viel?

Gegenseitiger Austausch: Hilfe bei Problemen im Alltag

Ich persönlich habe durch mein Engagement in der Rheuma-Selbsthilfe sehr viel bekommen. Ich habe viele tolle Menschen, die auch mit einer rheumatoiden Arthritis leben, kennengelernt und ich habe viel von ihnen gelernt. Hauptsächlich sind es Dinge, die ich nicht mit meinem Rheumatologen besprechen kann. Da geht es um Themen, die den Alltag betreffen und wie andere Betroffene damit umgehen, beispielsweise mit Rheuma am Arbeitsplatz. Haben alle einen Schwerbehindertenausweis? Welche Nachteile entstehen eventuell dadurch? Aber nicht nur das Thema Job, auch Hilfsmittel im Alltag, Umgang in der Partnerschaft, was tun bei Schmerzen, Sport und vieles mehr. Mir hat es sehr gut getan, als ich erfuhr, dass wir alle ähnliche Probleme im Alltag mit Rheuma haben und ich nicht alleine bin. So war es für mich leichter. Gemeinsam ist es deutlich einfacher und andere hatten schon Lösungen für Alltagsprobleme, auf die ich noch nicht gekommen war.

In der Gruppe: Unterstützung durch Seminare

Außerdem habe ich im gemeinsam mit einer kleinen Gruppe auch Fortbildungen unterschiedlicher Art – speziell für jüngere Menschen mit Rheuma – organisiert und selbst an ihnen teilgenommen. Mal ein Wochenende mit verschiedenen Entspannungstechniken, mal alles Wichtige rund um das Thema Job oder Ergotherapie mit Theorie und praktischen Übungen und viele Themen mehr, die uns Menschen mit rheumatoider Arthritis das Leben erleichtern können. Wieder habe ich viel über meine Krankheit und mich gelernt, auf was muss ich aufpassen, was kann ich selber tun.

Mehr als Rheuma: Eine ungewöhnliche Gemeinschaft

Ganz besonders ist immer das Gefühl, dass ich in dieser Gruppe meine geschwollenen Gelenke nicht verstecken muss, dass ich mich nicht zusammenreißen muss, wenn ich Schmerzen habe und dass ich mich in dieser Gemeinschaft ohne Erklärung verstanden fühle. Der Austausch und die gegenseitige Unterstützung haben mich positiv verändert, mir Kraft gegeben und mich stärker gemacht.

Welche Erfahrungen mit der Rheuma-Selbsthilfe hast Du schon gemacht? Engagierst Du Dich auch ehrenamtlich?

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