Hand mit Narben

Meine Rheuma-Narben

Beitrag vom 11. März 2016 | Bärbel

Blog
Rheumatoide Arthritis
Juvenile idiopathische Arthritis

Im Laufe der vielen Jahre, die die rheumatoide Arthritis (RA) mein Leben begleitet, habe ich schon einige Operationen hinter mir. Ich habe keine künstlichen Gelenke. Bisher waren es „nur“ Synovektomien. Na ja, bis letztes Jahr Dezember. Da kam die Teilversteifung des linken Handgelenkes und die Versteifung meines linken Daumengrundgelenkes.

Immer mehr Narben gehören zu mir

Ich hatte vier Synovektomien: die beiden Knie waren zuerst dran, dann der rechte Ellenbogen und der rechte Mittelfinger. Dann hatte ich eine Weile Ruhe bzw. bin den Operationen aus dem Weg gegangen. Bis ich Ende letzten Jahres die beiden Operationen an der Hand und am Daumen machen musste.

Und jetzt fällt mir auf, wie ich wieder meine Hände verstecke. Ich dachte eigentlich, dass mir das nicht mehr passiert. Ich hatte meine Narben doch als Teil von mir akzeptiert. Dachte ich. Aber für mich ist es wohl nicht ganz so einfach, wenn neue Narben hinzukommen. Sie sind natürlich noch auffällig und nicht zu übersehen. Ich weiß, auch diese Narben werden verblassen. Aber ich will sie nicht so lange verstecken. Es nervt mich, dass auf mir immer mehr Narben zu sehen sind. Schön ist das nicht gerade.

Was soll ich tun?

Vielleicht braucht es einfach mehr Zeit, bis ich die ganze OP verdaut und akzeptiert habe. Die Entscheidung ist mir ja sehr schwer gefallen. Meine Hand fühlt sich insgesamt noch komisch an und sieht auch so aus. Es ist ja nicht nur die Narbe. Es fehlt auch ein Stück Knochen. Auch das sieht man. Ich werde mich schon dran gewöhnen…

Als ersten Schritt versuche ich an die positiven Aspekte der Operation zu denken. Ich habe keine Schmerzen mehr, die mich quälen und belasten. Das war viel schlimmer, als die Narbe. Ich versuche es zudem auch mal mit dem Gedanken, den Caroline in einem Blog-Beitrag in Bezug auf ihr Tattoo beschrieben hat. Es erinnert sie, dass sie positiv denken soll, falls mal wieder ein schlimmer Schub kommt. Das gefällt mir. Ich versuche meine Narbe mit einem positiven Gedanke zu verbinden. Mich soll die Narbe daran erinnern, dass mich diese Herausforderung, die mir das Rheuma mal wieder gestellt hat, wieder ein Stückchen stärker gemacht hat.

Hast du Narben vom Rheuma? Wie gehst du damit um? Hast du ein Tipp für mich?

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6 Kommentare

  • hyrax | |

    Liebe Bärbel,
    bei mir steht an der “Arbeitshand” meine erste Synovektomie und die komplette Versteifung des Daumens an. Mir wurde gesagt, (Krankenkasse DAK) , dass solche OP’s generell ambulant vorge-
    nommen werden. War das bei Dir auch so? Im Moment kann ich
    mir das überhaupt nicht vorstellen, denn ich habe im Verlauf der Jahre auch noch andere Erkrankungen bekommen. Mein Rheumadoc. ist im Moment etwas wortkarg. Er sagte kürzlich, dass ich den Chirurgen fragen soll (?).
    Ich wünsche Dir ein schönes und schmerzfreies Wochenende
    (und das langsame Verblassen Deiner Narben)
    HYRAX aus dem Taunus

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  • Bärbel | |

    Guten Morgen,
    meine Synovektomien liegen viele Jahre zurück, da wurde das nicht ambulant gemacht. Ich weiß leider nicht, wie das im Moment so gemacht wird. Falls jemand in den letzten 2-3 Jahren eine Synovektomie hatte, wäre es toll, wenn du uns kurz berichten könntest, ob das auch ambulant war.
    Wegen der Versteifung des Daumensch hatte ich ein Gespräch mit einem Arzt , der wollte das auch ambulant machen und meinte, das wäre keine große Sache. Da bei mir dann aber noch die Versteifung des Handgelenkes dazukam, ging das dann nicht mehr ambulant.
    Dass wir uns um die Sachen selbst kümmern müssen und fragen müssen, das kenne ich auch. Manchmal fühlte ich mich so allein gelassen. Aber vielleicht ist das Gute dabei, dass es auch unser Körper ist und wir die Entscheidungen nur für uns selbst treffen können und keinem Arzt allein überlassen sollten. Ich drücke dir die Daumen.
    Liebe Grüße, Bärbel

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  • Caropk. | |

    Ich selbst arbeite ja in dem Beruf, Menschen eine Narbe hinzuzufügen. Aber ich selbst betrachte es als Narbe zur Besserung. Natürlich grade für Frauen sind die Ergebnisse, kosmetisch bediengt, oftmals nicht wie erwünscht. ABER das wird bei dir auch noch viel besser, Bärbel 🙂 du stehst am Anfang & da heißt es jetzt Geduld! Und dennoch denk immer daran es wird besser als vorher.
    Bei meinen tattoos werde ich auch oft darauf angesprochen wie das den wäre, wen ich mal eine OP hätte, mit der anschließenden zusammen Setzung des Tattoos und einer Narbe. Hier lautet meine Antwort auch stets; “durch Narben oder ähnliches sollte man sich nicht vor etwas abschrecken lassen wen es danach einem körperlich(!) besser geht”.
    Liebe Grüße, Caroline

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  • Caropk. | |

    Hyrax, da ich mich mit der Materie auskenne; soll das hier ein Erfahrungswert sein& nicht gegen das Wort eines Mediziner widersprechen. Dennoch werden solche Eingriffe oftmals ambulant und gegebenfalls in lokaler Betäubung (und oder andere Anästhesie-verfahren) verwendet um den Pat. (Wegen Vorerkrankungen etc.) möglichst mit einer Voll-Narkose zu schonen. Ein Krankenhausaufenthalt wird dann nötig, wenn Nebenerkrankungen so belastend sind, dass diese ein Risiko darstellen könnten um den Patienten anschließend zu überwachen, das trifft aber nur bei Narkosen zu, denn jede Vollnarkose ist belastend für den Körper. Aber meine persönliche Meinung; lieber örtliche Betäubung o.ä., Musik mitnehmen & etwas “entspannen”. Das wird so abgedeckt, dass man nur Geräusche hört aber nichts davon sehen wird.
    Liebe Grüße, Caroline

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  • Rostquietsche | |

    Hallo und Guten Morgen,

    In einem Western hiess es: “Leichen pflastern seinen Weg”. Für mich heisst es “Narben pflastern ihren (Lebens)weg”.

    Nach mehreren Gelenk-OPs mit und ohne TEP weiss ich, wie sehr mir diese geholfen haben weiter aktiv am Leben teilhaben zu können.
    Jede einzelne Narbe ist für mich ein großes Glück, denn die Alternative wären Schmerzen und Unbeweglichkeit.
    Hinter jeder Narbe steckt eine kleine Erfolgsgeschichte, die mich daran erinnert wie quälend die Schmerzen dort waren, als ich noch keine Narbe trug.
    In diesem Sinne habt einen guten, narbenreichen Tag 😉

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  • Bärbel | |

    Mir gefällt, der Western-Kommentar. 😉 Das passt wirklich gut zu mir. Vielen lieben Dank für diese gute Gedanken. Herzlcihe Grüße, Bärbel

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