Rheuma in der Hand: Richtige Entscheidung

Beitrag vom 16. Januar 2016 | Bärbel

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Rheumatoide Arthritis

Tag 47 nach OP: Die Operation meines stark entzündeten, vom Rheuma angegriffenen Handgelenkes liegt hinter mir.
Ich habe es geschafft und bin froh, dass ich es getan habe. Aber ich bin mit großem Herzklopfen in die Rheuma-Klinik gefahren. Immer wieder der Gedanke: Wird alles gut gehen? Die Schwestern und Ärzte in der Rheuma-Klinik waren alle sehr nett. Das beruhigt schon mal. Dann hatte ich zudem noch einen tollen Partner an meiner Seite, der mir zusätzliche Kraft gegeben hat. Perfekte Voraussetzungen also, trotz Herzklopfen.

Ausführliche Aufklärung macht es leichter: Vor der OP haben die Ärzte mir mehrfach alle Schritte erläutert. Zuerst der Stationsarzt, dann der Oberarzt und dann nochmal der Chefarzt. Immer wieder: Haben Sie noch Fragen? Nein, keine Fragen. Der Oberarzt hat zudem noch mit einem wasserfesten Stift ein dickes Kreuz auf meine linke, geschwollene Hand gemalt. Somit wurde jegliche Möglichkeit der Verwechslung ausgeschlossen. Auch davor hatte ich ein wenig Angst, die mir damit genommen wurde. Die Narkoseärztin hat mir ausführlich erklärt, dass Nerven meines linken Armes mit einer Regionalanästhesie komplett lahmgelegt werden und ein Schmerzkatheter eingeführt wird. Damit werde ich den Arm nicht mehr spüren, aber auch keine Schmerzen nach der OP. Ich war gespannt, wie sich das anfühlen wird.

Der Tag der Operation: Am nächsten Morgen ging es los. Beruhigungstablette und dann in den OP. Noch ein Gespräch mit der netten Narkoseärztin und dann kam die Maske und ein oder zwei Sekunden später habe ich nichts mehr mitbekommen. Als ich wieder zu mir kam, war ich in meinem Zimmer. Meine Hand dick verbunden. Gespürt habe ich nichts. Es war fast so als wäre da kein Arm. Merkwürdiges Gefühl, aber ich war erleichtert, keine Schmerzen zu haben.

Gute Entscheidung: Jetzt sind sechs Wochen vergangen. Die Hand darf ich zwar noch nicht belasten, aber ich habe keine allzu großen Schmerzen mehr. Es zieht noch ein wenig, aber im Vergleich zu vorher ist das nichts. Ich muss die Hand noch ruhig halten. Eine Schiene sorgt dafür, dass das Gelenk keiner Belastung ausgesetzt wird, damit alles gut verheilen kann. Ich hoffe, dass ich in Kürze die Hand wieder im Alltag einsetzen darf. So einhändig durchs Leben zu gehen, nervt langsam.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Der orthopädische Rheumatologe hat mir ins Gewissen geredet, zukünftig Operationen nicht aufzuschieben, sondern früher in Erwägung zu ziehen. Doch wie kann ich beurteilen, zu welchem Zeitpunkt eine OP für mich sinnvoll ist? Manchmal beruhigt sich ein entzündetes Gelenk ja auch wieder – ohne OP. Schmerzen können auch wieder nachlassen – ohne OP. Ich werde darüber beim nächsten Termin mit meinem internistischen Rheumatologen sprechen.

Was wurde bei dir schon operiert? Wie triffst du die Entscheidung, wann eine OP gemacht werden soll?
Viele Leser würden sich freuen zu lesen, welche Erfahrungen du mit OPs im Zusammenhang mit der rheumatoiden Arthritis gemacht hast. Kann jemand eventuell über ein künstliches Gelenk berichten, das aufgrund der rheumatoiden Arthritis notwendig wurde? Damit habe ich selbst keine Erfahrungen und kann nicht darüber schreiben.

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4 Kommentare

  • hyrax | |

    Liebe Bärbel,
    schön, dass Du die OP bisher gut überstanden hast. Bei mir steht auch irgendwann eine Hand-OP an. Da ich alleinstehend bin, habe ich es immer wieder hinausgeschoben. Von vornherein 6 Wochen den ganzen Alltagskram einhändig zu bewältigen ist schon eine echte Herausforderung! Das nervt alles so furchtbar, aber man darf nicht undankbar sein…..es gibt noch viel schlimmere Dinge. Darf ich fragen, in welcher Klinik Du warst?
    Ein schmerzfreien und angenehmes Wochenende
    wünscht HYRAX

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  • Bärbel | |

    Liebe hyrax, ich habe mich in Oberammergau operieren lassen. Ich habe mir die einarmige Situation zu Hause schlimmer vorgestellt als es dann tatsächlich war. Aber ich muss dazu sagen, bei mir wurde die linke Hand operiert und ich bin Rechthänder. Ich bin so froh, dass die Schmerzen weg sind. Das war schlimmer. Vielleicht kann dir auch eine Freundin für die Zeit direkt nach der OP unterstützend zur Seite stehen? Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis die Hand wieder voll einsatzfähig ist, habe ich die Entscheidung nicht bereut. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass ich die Entscheidung so lange vor mir hergeschoben habe. Aber manchmal benötigen solche Entscheidung einfach Zeit. Liebe Grüße, Bärbel

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    • hyrax | |

      Liebe Bärbel, liebe Leidensgenossen und L……… genossinnen,
      gerade habe ich gelesen, dass es eine Änderung für gesetzlich Krankenversicherte gibt: Kasse zahlt Haushaltshilfe nicht nur, wenn man nach einer stationären OP auch noch daheim ein Kind unter 12 Jahren alleine zu versorgen hat, sondern auch nach einer ambulanten OP bzw. bei schwerer Krankheit. Allerdings habe ich es so verstanden,
      dass man vom HA eine entsprechende Bescheinigung für die Krankenkasse braucht. Es wird in der Regel für höchstens 4 Wochen
      genehmigt (nach Einzelfall). Außerdem muss man für jeden Tag einen Eigenbetrag von höchstens € 10,– zahlen. Das Gesetz heißt
      Krankenhausstrukturgesetz. Wer interessiert ist, kann sich ja mal den genauen Wortlaut zu “Gemüte führen”.
      Ich wünsche allen ein schmerzfreies Wochenende
      hyrax
      gena
      SA

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