Rehabilitation mit Baby? DAS GEHT!

Beitrag vom 24. August 2017 | Viki

Aktuelles
Blog

Es ist Mitte Mai 2016 und ich sitze müde und ausgelaugt bei meiner Rheumatologin mit meiner kleinen Tochter auf dem Schoß. Ich warte nur darauf meinen neuen Medikamentenplan zu erhalten, um dann weiter im Hamsterrad laufen zu können. Meine Ärztin schlägt mir vor mit meiner Tochter eine Rehabilitation zu machen. Ich denke nicht, dass ich eine Helikopter-Mutti bin, aber ohne die kleine Maus eine so lange Zeit zu sein, wo sie doch noch so klein ist war für mich undenkbar. Ich durchforstete das Internet und wurde kaum fündig. Auch als ich mich telefonisch an einige Kliniken wandte, wurde ich meist nur abgewiesen. Nach der x-ten Absage, alle aufgrund meiner Tochter, antwortete am anderen Ende eine freundliche Stimme: ”Selbstverständlich können Sie Ihre Tochter mitbringen.” An dem Tag hatte ich das Gefühl nun endlich einen großen Schritt weiter zu kommen. Klar hatte ich Zweifel, ob ich das alles so richtig mache, mit einem 7 Monate alten Baby quer durch Deutschland zu fahren – nur für eine Rehabilitation für mich. Aber tief in mir spürte ich, dass es die Möglichkeit für mich war, mich und „mein Rheuma“ endlich kennen zu lernen.

In der Reha ist aller Anfang schwer

In der Klinik angekommen, wurden wir freundlich empfangen. Die erste Arztuntersuchung war sehr angenehm. Ich habe besprochen, was ich mir vorgestellt habe und was ich gerne verbessern möchte. Aber ein Hindernis musste ich noch überwinden! Meine kleine Zaubermaus bekommt mit 8 Monaten Tageseltern? Was hat sie für eine schreckliche Mami, die das zulässt?! Aber ich wollte tapfer sein und gab auch den Tageseltern eine Chance. Und bereue das nicht einen Augenblick. Meine Rheuma-Therapien lenkten mich ab. Das Abholen meiner Tochter konnte ich trotzdem kaum erwarten. Ich bekam viele Video und Bilder von meiner Kleinen. So wusste ich immer, dass es ihr gut ging und ich habe seit langer Zeit ein sehr gutes Buch gelesen und mal geschlafen.

Leben mit Rheuma: Die Rehabilitation zeigt Wege

Die Therapien schlugen an. Ich war fast beschwerdefrei. Die Kältekammer kostete mich erst Überwindung, aber half mir sehr gut. Auch die Entspannungstherapie und das Muskelaufbautraining halfen mir sehr, die Ergotherapie lehrte mir gelenkschonender zu agieren. Ganz besonders haben mir die Aufklärungen zur Erkrankung geholfen. Zu Wissen, da passiert was mit mir und ich weiß nicht was, machte Angst, traurig und kostet so unglaublich viel Kraft! Mir ist schon bewusst, wohin mich der Weg führen wird. Aber gelernt habe ich, dass nur ich diesen Weg auch gehen muss. Den geht keiner für mich. Die Frage ist nur, wie ich ihn gehe. Ich möchte irgendwann noch mit meinen Enkeln Fußball spielen können. Wenn mir das Laufen schwerfällt, dann gehe ich halt ins Tor. Was ich damit sagen will, ich habe das alles nicht gewollt, klar! Das habe ich dem lieben Gott nun auch schon zigmal zu verstehen gegeben. Ich habe ihn angeschrien, geheult, geflüstert, stumm angesehen. Aber es hat mich nun mal getroffen. Warum? Das weiß ich noch nicht. Passt auf euch auf! Geht achtsam mit euch um und hört in euch hinein. Ich glaube Achtsamkeit bei Rheuma ist wichtig. Aber ich muss es auch erst lernen. Können tu ich es auch noch lange nicht. 😉

  • 1+
mal gelesen

Schreibe einen Kommentar