Kinofilm Maudie Filmausschnitt - Rheuma im Kino - Rheumahelden

Filmtipp zur Oscarverleihung: „Maudie“ bringt Rheuma ins Kino

Rheuma ist kein Stoff fürs Kino? „Maudie“, der aktuelle Filmtipp der Rheumahelden-Redaktion, beweist das Gegenteil. Auch, wenn er nicht bei den „Oscars“ nominiert ist, so hat der Streifen schon zahlreiche Auszeichnungen bekommen. Kein Wunder: Das Portrait der an Juveniler Arthritis erkrankten Malerin Maud Lewis zeigt eine wahre und berührende Geschichte. Denn Maudie bringt trotz ihrer versteiften Gelenke Farbe in ihr tristes Haus – und der Film bringt Rheuma auf die Leinwand.

Mit Rheuma an seine Talente glauben

Es ist Kanada in den 1930er Jahren. Bereits als Kind erkrankte Maudie an Juveniler Arthritis. Später als Erwachsene ist sie zierlich, humpelt und ihre Hände sind versteift. Ihre Familie behandelt  Maud wie ein unmündiges Kind. Sie selbst hält nicht viel von Grenzen und glaubt an ihren Wunsch: Sie will malen. Und kein Weg scheint ihr dafür zu weit.

Im Supermarkt im kanadischen Neuschottland liest sie eines Tages die Anzeige des Fischers und Hausierers Everett Lewis. Dieser sucht seinerseits eine Haushälterin und hat ansonsten nicht viel übrig für seine Mitmenschen. Obwohl Maud weder Begabung noch Interesse an Hausarbeiten hat, bewirbt sie sich und läuft unzählige Meilen zu ihm. Vermutlich auch, weil Maud die einzige Bewerberin ist, bekommt sie den Job. Statt zu putzen oder zu kochen, bemalt sie nach und nach alle Wände und später auch die Möbel des kleinen Holzhauses mit Blumen, Tieren und Naturszenen. Statt sie zu entlassen, schenkt ihr Everett ihre ersten Ölfarben. Kein Mann großer Worte, so ist er doch der erste Mensch, der sie einfach „machen lässt“. Und Maud malt – trotz Rheuma und einer zunehmend versteiften Körperhaltung.

Wenn Maud aus dem Fenster schaut, sieht sie, wie sie sagt, „das ganze Leben, bereits gerahmt, zum Greifen nah.“ Auch Mauds Talent wird gesehen. Die Folk Art Künstlerin verkauft zu Beginn nur selbstgemalte Postkarten, erlebt später jedoch ihren Durchbruch als Malerin. Das kleine bunte Holzhaus steht heute in der Art Gallery of Nova Scotia in Halifax und ihre Gemälde werden weltweit ausgestellt.

Eine leise Geschichte über die Liebe

So oder ähnlich wird es wohl gewesen sein, denn die Liebesgeschichte von Everett und Maud basiert auf wahren Begebenheiten. Beide vom Schicksal nicht gerade verwöhnt, beide auf ihre Art vom Leben „gekrümmt“ – sie physisch, er emotional – finden sie doch beieinander Halt und ihr kleines persönliches Glück. Wer zarte Liebesgeschichten mag, die nicht von Worten sondern von Handlungen leben, dem könnte dieser Film gefallen. Nicht zuletzt aufgrund der großartigen Interpretation der zerbrechlichen Maudie von Sally Hawkins und des mürrischen Everett von Ethan Hawke.

Mehr Infos unter: http://maudie-derfilm.de