Beitragsbild zum Thema "Noch ein Kind trotz Rheuma" von Viki

Noch ein Kind – trotz Rheuma?

Eine erneute Schwangerschaft trotz meiner rheumatoiden Arthritis? Für mich eine schwere Entscheidung. Ich habe vor und während meiner Schwangerschaft überhaupt keine Beschwerden gehabt. Meine Schwangerschaft fühlte sich traumhaft an und machte  mich eigentlich die ganze Zeit überglücklich.

 

Der Anfang meiner Geschichte als Mama und Rheuma-Heldin.

Ich war durch strömt von Glück, Zufriedenheit und Wohlbefinden. Die letzten Schwangerschaftswochen wurden dann beschwerlich, aber auch das genoss ich. Zwei Wochen vor der Geburt machte ich noch mit meinen Hunden eine Fahrradtour und ich ging auch bis zum Schluss zu meinem Pferd. Rheuma kannte ich bis dahin nicht. Für so etwas hatte ich keinen Platz in meinem Leben. Wieso auch? Bei meinem „Glücksflug“.

Das änderte sich dann schleichend und im vierten Monat nach der Geburt habe ich meinen persönlichen Tiefpunkt erreicht. Aufgrund meiner steifen Gelenke konnte ich mich immer schlechter bewegen und die Schmerzen breiteten sich auf so gut wie alle Gelenke aus. Am Schluss waren meine Blutwerte so schlecht, dass mein Frauenarzt mich wieder ins Krankenhaus einwies. An dieser Stelle bedanke ich mich bei der besten Hebamme der Welt (ein Hoch auf alle Hebammen) und bei meinen Frauenärzten, die mich und meine Tochter wieder auf die Beine holten, mich immer unterstützen (auch jetzt noch) und mir einfach das Gefühl gaben, dass wir das schaffen werden. Auch wenn die Erkrankung RA Mist ist und nicht geplant war, aber wir machen daraus das Beste.“

 

Vom Höhenflug der Schwangerschaft zurück auf den Boden der Tatsachen der RA

Zusätzlich zu meinen Sorgen schwirrte mir aber noch ein anderer Gedanke im Kopf herum: Was ist, wenn ich noch ein Kind möchte? Aber keiner traute sich, das Thema konkret anzusprechen. Denn da lag ich, trotz der Schmerzen immer noch völlig beglückt von dem kleinen Wunder, das da vor mir lag! Auch wenn es mit großer Wahrscheinlichkeit der Auslöser für den Ausbruch meiner RA war, wollte ich mehr davon. Mehr von diesem wunderbaren „Wunderglück“ erleben. Wie sagt man auch einer frisch gebackenen Mama, dass das wohl ihr einziges Kind bleiben wird? Meine Rheumatologin brachte mich kurzer Hand vom Höhenflug auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn bei einer erneuten Schwangerschaft könnte die Hormonumstellung einen erneuten Schub bei mir auslösen. Oder noch schlimmer: Meine Rheuma-Medikamente könnten das Baby gefährden. Im ersten Moment war ich zutiefst erschüttert und erschrocken. Doch sie gab mir das Gefühl, sich neben mich zu knien wie eine Mutter, die tröstend ihrem Kind die Hand auf die Schulter legt und zu ihm sagt: „Kind, das schaffen wir!“

Aber eine Frage blieb: Warum? Warum konnte ich nun nur noch schwer Kinder bekommen? Ich bekam Medikamente, die eine Schwangerschaft zwar ermöglichten, aber es war unklar, was mit dem ungeborenen Kind passieren würde. Das war mir zu gefährlich und auch der Vater meiner Tochter gab mir das Gefühl, dass es ihn beängstigt. Nicht nur, wie es dem ungeborenem Kind gehen würde, sondern auch, was mit mir passieren würde. Ich kann es nicht sagen, wir haben nie darüber gesprochen. Aber auch ich hatte Angst vor den Schmerzen. Sie haben mich so tief erschüttert.

 

Rheuma steht meinem Kinderwunsch nicht im Weg!

Ich habe  vor kurzem ein sehr gutes Gespräch mit meiner Rheumatologin und meiner Frauenärztin gehabt. Ich bin medikamentös sehr gut  bis perfekt eingestellt. Meine Ärzte arbeiten eng und Hand in Hand zusammen: Mein Hausarzt, meine Rheumatologin und meine Frauenärztin. Momentan bin ich zwar noch nicht beschwerdefrei, aber ich konnte meine Medikamente „ausspülen“. Ich nehme seit 1,5 Jahren keine schweren Medikamente mehr.

Und somit würde einem weiteren Kind, aus medizinischer Sicht, nichts im Wege stehen. Aber da ist ja noch der Kopf, der noch genau weiß, wie der Schmerz war. Der auch weiß, wie beschwerlich alles war und  wie ungläubig manche Blicke waren. Ich glaube, es gab sogar Personen, die allen Ernstes dachten, dass ich simulieren würde. Eine Person hat es mir tatsächlich einmal ins Gesicht gesagt. All das vergisst man nicht.

 

Mit dem Richtigen an meiner Seite habe ich keine Angst

Und trotzdem: mit dem richtigen Mann an meiner Seite würde ich es wieder tun. Mit jemandem, der nicht nur Papa sein möchte, sondern auch Partner ist! Und dann habe ich keine Angst mehr vor Schmerzen, Steifigkeit und kurzen Nächten. Nein, ich freue mich darauf! Riesig… 😉