Blumenwiese im Wald

Morgensteifigkeit: Was tun?

Beitrag vom 19. September 2015 | Bärbel

Blog
Rheumatoide Arthritis
Juvenile idiopathische Arthritis

Ungefähr 30 bis 60 Minuten dauert es am Morgen bis ich „rundlaufe“. Ich empfinde meine entzündeten Gelenke so wie Zahnräder, die nicht richtig ineinander greifen und schwergängig sind. Je nachdem wie stark meine rheumatoide Arthritis (RA) gerade ist, ist das mal stärker und dauert dann auch länger oder mal schwächer und dauert „nur“ 30 Minuten. Ärzte nennen das Morgensteifigkeit oder Anlaufschmerzen.
Ausreichend Zeit nehmen: Mir fällt in dieser Zeit am Morgen auch gerne mal etwas aus der Hand (blöd, wenn es eine volle Kaffeetasse ist) und mein Körper ist einfach nicht so schnell, wie ich es gerne hätte. Was besonders anstrengend ist, wenn ich morgens einen Termin habe und ich mich mit Zeitdruck anziehen muss. Das klappt dann nicht so richtig gut. Es nervt mich, dass mein Körper nicht schnell genug ist. Aber im Laufe der Jahre habe ich gelernt besser damit umzugehen.
Ich stehe an solchen früher auf, so dass ich ausreichend Zeit habe und ich mein Tempo auf meinen langsamen Körper abstimmen kann.
Kortison zwischen 6 und 8 Uhr morgens: Ich nehme mein Kortison eimmer zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Das hilft mir, schneller in die Gänge zu kommen. Wenn es in akuten Rheuma-Schubphasen sehr schlimm war, habe ich auch eine kleine Dosis Kortison am Abend (gegen 22 Uhr) genommen. Das hat mir mein Rheumatologe so empfohlen und das hat mir geholfen, die Morgensteifigkeit zu reduzieren. Das brauche ich im Moment erfreulicherweise nicht mehr. Zehn Minuten Gymnastik: Jeden Morgen bewege ich außerdem alle Gelenke. Bei der Rheuma-Liga gibt es ein Poster mit Übungen speziell für Menschen mit RA. Alle Übungen mache ich ein- bis zweimal in circa 10 Minuten. Das reicht schon und ich fühle mich deutlich besser. Manchmal kühle ich am Morgen noch zusätzlich meine Fingergelenke und bewege sie im kühlen Rapsbad. So starte ich gut in den Tag.

Was tust du gegen Morgensteifigkeit? Hast du ein Tipp?

  • 1+
mal gelesen

3 Kommentare

  • karina-sunshine | |

    hallo,
    ich finde es toll, wie Du Dich organisiert hast. So ähnlich verfahre ich auch. Ich bin ein Bewegungsmensch, liebe die Natur und versuche die auch in meinem Alltag standig zu geniessen.
    Ich mache morgens alles ganz langsam und brauche auch so ca gut eine Stunde, um wieder in die Gänge zu kommen. Das habe ich so akzeptiert und glaube, dass die Akzeptanz bereits hilfreich ist. Ich mache jeden Tag das bestögliche. Mehr geht nicht und ich bin zufrieden.

    1+

  • Bärbel | |

    Hallo zusammen,
    dass ich mich im Alltag so organisiere, hat mit vielen Jahren Übung zu tun. Das ist bei mir alles langsam gewachsen. Ich habe viel probiert und gefühlt, was mit gut tut. Auch das erfordert oft Mut und vorallem Durchhaltevermögen. Ich bin ganz deiner Meinung, Akzeptanz ist schon hilfreich, aber mir besonders fällt das nicht leicht, besonders an den schelchten Tagen. Dann komme ich auch nach so vielen Jahren an meine Grenzen und übe ich mich darin zu akzeptieren, dass es nun mal immer wieder auch schlechte Tage gibt.
    Ich wünsche allen heute einen von den guten Tagen, Bärbel 🙂

    1+

  • Mareike | |

    Hallo,
    ich bin noch am Finden und Einspielen meines Tagesablaufs und bin sehr dankbar für solche Tipps. Das Poster der Rheuma-Liga werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen!
    Stecke zwar gerade mitten in einem Schub, aber wünsche Euch allen eine hoffentlich schmerzfreie und wunderschöne Adventszeit!
    Viele Grüße, Mareike

    1+

Schreibe einen Kommentar