rheumatoide arthritis und ayuverda: Yogaplatz im freien

Meine Ayurveda-Kur mit Rheuma

Beitrag vom 10. Mai 2015 | Bärbel

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Ich war damals körperlich und psychisch in einer schlechten Phase, seit einigen Wochen schon hatte ich einen Rheuma-Schub, der mir schwer zu schaffen machte. Mein Rheumatologe schlug mir eine Kur vor. Aber ich wollte nicht. Ich wollte etwas anderes und entschied mich für eine Ayurveda-Kur. Statt Rheuma-Klinik Oberammergau wollte ich nach Kerala in Indien Mit Ayurveda verband ich den berühmten Stirnguss Sirodhara, Massagen und Entspannung. Doch es war anderst als das, was ich erwartet hatte.

Auf nach Kerala: Meine Ayurveda-Kur

Nach 14 Stunden Flug landete ich auf dem kleinen Flughafen im Süden Indiens, Trivandrum. Die ersten Eindrücke bekam ich auf der Fahrt ins Hotel. Indien ist anders: Laut und hektisch. Das Tor zum Ayurveda-Hotel war wie ein Tor in eine andere Welt. Hier war es ruhig und „entschleunigt“. Für die nächsten 14 Tage wohnte ich in einem kleinen Bungalow mit Blick auf das Meer.

Der etwas andere Arztbesuch

Am Nachmittag hatte ich meinen ersten Termin bei der Ayurveda-Ärztin. Sie stellte mir viele Fragen: Schlaf? Verdauung? Träume? Dann folgte die körperliche Untersuchung. Sie schaute sehr genau in meine Augen, auf meine Haut und meine Nägel. Sie maß meinen Puls – ohne Uhr, nur nach Gefühl. Dann sagte sie, dass ich der Dosha-Typ Vatha sei und erläuterte mir, was das bedeutet. Die Behandlungen und auch die Mahlzeiten richtete sie entsprechend darauf aus und erstellte einen detaillierten Behandlungs- und Speiseplan für mich.

Meine ayurvedische Behandlungen gegen die RA

Ich bekam verschiedene, sehr angenehme und total entspannende Massagen. Mein Körper wurde mit warmem Öl übergossen und das Öl sanft in meine Haut gerieben – mal mit zwei Händen, vier Händen, den Füssen oder mit Kräutersäckchen. Ich bekam den berühmten Stirnguss (Sirodhara) und Sirovasthi. Dabei bekam ich Mullbinden und einen offenen Zylinder aus Pappe auf den Kopf, in den warmes Öl gegossen wurde. Das war entspannend.
Der Film zeigt anschaulich die verschiedenen Behandlungen in einer deutschen, renomierten Ayurveda-Klinik. Dann gab es aber noch die Reinigungen. Nicht so entspannend. Dabei wurde mir Öl in Nase und Augen geträufelt. Unangenehm!
Dann die Ohrenreinigung, bei der mir heißer Rauch ins Ohr gepustet wurde. Das war noch das Harmloseste. Dann gab es die geklärte Butter (Ghee). Ich bin mir nicht sicher, womit das Ghee gemischt wurde, aber es schmeckte für mich nur furchtbar. Jeden Tag musste ich ein Glas davon trinken, das reinigt von innen. Es gab auch einen speziellen Reinigungstag mit pflanzlichem Abführmittel und Einläufen zur Darmreinigung. Gar nicht schön! Das war von Wellness-Behandlung sehr weit entfernt. Aber was tut man nicht alles, wenn man hofft, dass es hilft.

Yoga mit Blick auf das Meer

Jeden Morgen gab es eine Yoga-Stunde mit Raviji. Yoga unter Plamen mit Blick auf das offene Meer ist schon etwas ganz Besonderes. Erst war ich traurig, weil ich aufgrund meiner Schmerzen die Übungen nicht so gut und manche auch gar nicht ausführen konnte. „Do what you can!“ sagte Raviji immer wieder und irgendwann habe ich das auch beherzigt.
Ich denke noch heute oft an ihn und „Do what you can!“ ist zu meinem Begleiter im Alltag mit der RA geworden. Er zeigte mir auch eine Atem-Übung, die ich immer noch mache: das rechte Nasenloch zuhalten und mit dem linken Ein- und Ausatmen, dann wechseln, das linke Nasenloch zuhalten und mit dem rechten Nasenloch Ein- und Ausatmen, wieder wechseln und das 6 Minuten lang. Ich mache die Übung zwar nicht mehr jeden Tag, aber wenn mich die RA mal wieder nervt, ich wütend und angespannt bin, dann atme ich EIN und AUS…

Welchen Einfluss hatte die Kur auf meine RA?

Auch wenn es anders war als das, was ich erwartet hatte. So haben mir und meinen entzündeten Gelenken die 14 Tage gut getan. Meine rheumatischen Schmerzen und Gelenkschwellungen sind leicht besser geworden, wenn auch nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Auch wenn die RA sich dadurch nicht entscheidend verbessert hat, ich meine Medikamente nicht reduzieren oder gar weglassen konnte, so habe ich durch diese Art der Kur auf jeden Fall an innerer Stärke gewonnen.
Das half mir, mit diesem Rheuma-Schub umzugehen.
Wenn du Fragen hast, lass es mich hier als Kommentar wissen. Ich beantworte sie gerne.

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