Lavendel

Mein Weg zur Akzeptanz

Beitrag vom 27. September 2014 | Bärbel

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Miteinander

Viele Jahre habe ich meine rheumatoide Arthritis verdrängt, nicht wahrhaben wollen und sie verflucht. Ich bin heute auf dem Weg zur Akzeptanz, ich komme ihr immer näher. Aber ob ich sie jemals erreichen werde, weiß ich noch nicht.
Leider gibt es keinen Schalter, den man umlegt, um seine Krankheit zu akzeptieren. Hast du deine rheumatische Erkrankung akzeptiert? Wie ist dir das gelungen? Wer oder was hat dir geholfen?

Mir hat es geholfen, über meine Krankheit zu sprechen. Früher wussten selbst in meinem nahen Umfeld nur wenige Menschen, dass ich eine rheumatoide Arthritis habe. Und selbst, wenn sie es wussten, habe ich es immer heruntergespielt. Über meine Krankheit und mein Leben mit Rheuma öffentlich zu schreiben, war zu diesem Zeitpunkt für mich undenkbar. Ich habe eine rheumatische Erkrankung, aber das geht schon, war ein beliebter Satz von mir. Ich habe ihn so oft gesagt, dass ich ihn auch selbst lange Zeit geglaubt habe, obwohl ich entzündete Gelenke und Schmerzen hatte. Mein Körper hat mir aber in Form eines schweren Schubes gezeigt, dass es nicht geht. Ich konnte es vor mir nicht mehr verbergen und habe angefangen auszusprechen, dass ich krank bin. Das war für mich nicht einfach. Denn damit musste ich auch vor mir selbst eingestehen, dass ich krank bin. Heute weiß ich, dass es für mich der richtige Weg war. Mir hat es geholfen darüber zu sprechen. Ich tausche mich zudem viel mit anderen Menschen aus, die auch eine rheumatische Erkrankung haben.

Das hilft mir auch. Ein weiterer großer Schritt für mich war eine Psychotherapie. Auch da musste ich über meine rheumatoide Arthritis sprechen und mich damit auseinandersetzen. Das war nicht einfach und oft auch anstrengend, aber es hat mich ein großes Stück weitergebracht – insbesondere im Umgang mit meinen Schmerzen. Ich bin noch nicht am Ziel, aber ich nähere mich Schritt für Schritt. Und wie geht es dir?

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5 Kommentare

  • irmaga | |

    Du schreibst mir aus der Seele. Auch ich konnte lange Zeit meine RA nicht akzeptieren. Das fällt mir auch heute noch schwer, grade wenn man wieder mal an seine Grenzen stösst. Auch wenn wieder mal die Medikamente gewechselt werden müssen, weil sich die Krankheit verschlechert hat. Ich versuche auch über meinen Gesundheitszustand zu sprechen. Meistens wird das hingenommen aber nicht weiter drüber gesprochen. Dann komme ich mir doch sehr allein gelassen vor.

  • Teesi | |

    Hallo Zusammen,
    ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen. Ich wohne in Bayern, bin 38 Jahre jung und zum Rheuma, da weiß ich gar nicht mehr weiter. Endlose Arztbesuche, Arzt für Heilmedizin, alles durch. Diagnose einfach durch Symtomschilderung und Beweglichkeitstest gestellt. Nun warte ich 4 Monate, bis ich bei einem Rheumatologen vorsprechen darf. Das ist grausam, wenn man solche Schmerzen hat und Ibuprofen nicht mehr genommen werden kann. Ist denn sowas zulässig? Ich verstehe die Welt nicht mehr. Seit 4 Jahren geht das nun so. Was kann ich tun, um schneller voran zu kommen, weiß jemand Rat?

  • Bärbel | |

    Liebe Teesi, das klingt für mich so, als müsstest du dringend zu einem Rheumatologen. Für eine richtige Diagnose (und zwar nicht nur durch Symptomschilderung und Beweglichkeitstest) gibt es zum Rheumatologen keine Alternative. Die Wartezeiten sind in jedem Bundesland sehr lange. Hat dein Hausarzt schon mal deine Blutwerte bestimmt? Wichtige Hinweise auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung sind Blutsenkung, CRP-Wert und Anti-CCP. Das kann auch dein Hausarzt machen. Ich würde dann versuchen mit ihm zu reden, ob er nicht einen schnelleren Termin für dich beim Rheumatologen bekommen kann. Manchmal klappt das. Zumindest kann er dir dann auch ein Rezept für ein entsprechendes Schmerzmittel ausstellen, damit du die Zeit bis zum Termin beim Rheumatologen “überbrücken” kannst. Auch wenn dir das nicht hilft, aber viele von uns haben lange Zeiten hinter sich bis die Diagnose gestellt wurde und dann auch entsprechend behandelt werden konnte. Bei mir waren es damals 2 Jahre.
    Hat noch jemand einen Tipp für Teesi? Ich drück dir die Daumen, dass es dir bald besser gehen wird.

  • cloe51 | |

    Hallo zusammen!Ich reihe mich bei euch ein.der Tipp den ich geben kann.Mein Hausarzt hat für mich immer beim Reumatologen angerufen und siehe da…..Ich habe immer innnerhalb einer Woche einen Termin bekommen,bei einem schlimmen Schub sogar früher.Mittlerweile bin ich gut eingestellt und habe ungefähr jedes viertel Jahr im voraus einen Termin zur Kontrolle.Rede mal mit deinem Hausarzt,ob er das auch macht…

  • Tanja | |

    Hallo Tessi, versuche mal eine Rheumaambulanz in einem Krankenhaus in deiner Nähe. Ich habe damals dort sehr kompetente Beratung und schnelle Termine bekommen. Ich gehe da heute immer noch hin, wenn ich mir mit irgendwelchen Dingen nicht sicher bin. Ich habe von dort auch einen ansässigen Rheumatologen empfohlenen bekommen, weil die in der Klinik die Medis leider nicht mehr verschreiben konnte. Viel Glück auf deinem Weg!

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