Kryotherapie bei Rheuma: Schneeflocke

Mit Rheuma in die Kältekammer

Beitrag vom 1. März 2015 | Bärbel

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Wenn ein Gelenk bei mir mal wieder entzündet, geschwollen und schmerzhaft ist, weil die rheumatoide Arthritis (RA) keine Ruhe gibt, kühle ich es. Das nimmt mir den Schmerz und ich empfinde es als angenehm, mein überwärmtes Gelenk abzukühlen. Der Fachbegriff für diese Art der Therapie ist Kryotherapie (Kältetherapie). In diesem Blog-Beitrag möchte ich über meine Erfahrungen in der Kältekammer berichten und in einem meiner nächsten Beiträge noch ein paar Varianten beschreiben, die ich selbst anwende oder ausprobiert habe. Du bist herzlich eingeladen, deine Erfahrungen mit der Kältekammer zu teilen oder meinen Beitrag zu kommentieren.

Ab in die Kältekammer bei bis zu minus 100 Grad

Das war ein ganz besonderes Erlebnis, mein erstes Mal in der Kältekammer. Nur im Bikini mit Mütze, Mundschutz, Handschuhen und dicken Socken ging es zuerst für wenige Minuten in die Vorkammer bis circa minus 60 Grad und dann in die Kältekammer bei bis zu minus 110 Grad. Zuerst dachte ich, das ist doch nicht möglich, das werde ich nicht aushalten können. Doch es fühlt sich ganz anders an als ich dachte. Es ist nicht so kalt wie es vielleicht klingt. Wir waren circa sieben Personen (alle mit Rheuma) und wir durften in der Kammer nicht stillstehen. Gemeinsam gingen wir für ein bis zwei Minuten langsam im Kreis. Natürlich war auch ein Therapeut außerhalb der Kammer anwesend, der uns durch ein Fenster beobachtete, per Mikrophon Anweisungen gab und auf uns aufpasste. Ein Abbruch – falls gewünscht – ist natürlich auch jederzeit möglich. Die Zeit verging für mich aber wie im Flug. Es war toll. Mir und vor allem meinen entzündeten Gelenken hat es sehr gut getan. Es war ein bisschen so als wäre die RA schockgefroren. Die Gelenke waren wieder beweglich und weniger schmerzhaft. Der positive Effekt hielt bei mir ein paar Tage an, dann war es wieder vorbei. Gerne würde ich die Anwendung regelmäßig machen. Aber leider ist in der Nähe meines Wohnortes keine Kältekammer. Mir hat es geholfen, aber es ist keine schnelle Lösung bei akuten Schmerzen, da es für zuhause nicht praktikabel ist. Dafür habe ich andere Möglichkeiten der Kühlung, über die ich noch berichten werde.

Was du noch über die Kältekammer wissen solltest

Kältekammern gibt es in einigen Reha-Kliniken und einige wenige auch außerhalb von Kliniken. Eine Liste mit Standorten konnte ich im Internet leider nicht finden. Am besten du fragst deinen behandelnden Rheumatologen, ob es in deiner Nähe eine Kältekammer gibt. Er weiß es bestimmt und außerdem solltest du sowieso mit ihm besprechen, ob ein Besuch in der Kältekammer für dich und deine rheumatische Erkrankung ratsam ist. Möchtest du eine Kältekammer außerhalb eines Reha-Aufenthaltes nutzen, musst du die Kosten in der Regel selbst übernehmen. Hier ist noch ein Bericht zum Thema „Kältekammer bei Rheuma“. Auf der Webseite der Rheuma-Liga gibt es ein sogenanntes Merkblatt Thermotherapie bei Rheuma“ zum Download mit weiteren Details zur Kälte- und Wärmetherapie und wann was hilfreich sein kann.

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1 Kommentar

  • reinhardhuber | |

    Bin vor ein paar Tagen eher zufällig auf diesen Blog gestoßen, den ich sehr gut und informativ finde. Die Informationen zu diesem Beitrag kann ich nur bestätigen, habe ich doch vor kurzem ähnliche Erfahrungen gemacht und danach sogar die Medikamente reduziert. Die Kältekammer kann ich “wärmstens” empfehlen.
    Als Blogger habe ich dazu auch einen Beitrag geschrieben! Siehe – http://www.reinhardhuber.blogspot.co.at/2015/03/110c-und-doch-nicht-erfroren.html

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