Mit Rheuma in den Urlaub

Mit Rheuma in den Urlaub

Aktiv sein

Dem Alltag entfliehen, am Strand die Seele baumeln lassen, mit dem Schiff die Weltmeere unsicher machen, alte Kulturen entdecken oder in den Bergen die Höhenluft einatmen: Einfach mal Urlaub machen, ist wichtig für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden. Auch für Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung ist eine Reise heute in der Regel kein Problem mehr. Vorausgesetzt, diese ist gut vorbereitet.

Wo soll es hingehen?

Dazu gehört zum einen, dass Sie ein Reiseziel mit gut verträglichen klimatischen Bedingungen auswählen. Denn das Wetter hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Erkrankung, wirkt sich aber auch individuell bei jedem Patienten unterschiedlich aus.

Eine Übersicht:

 

Gut verträglich Stabile Wetterlage
Warmes und trockenes Klima
Sonnig, mit schattigen Plätzen
Leichter Wind
Klare Luft
Weniger gut verträglich Wechselhaftes Wetter
Extreme Hitze oder Kälte
Schwül-warmes bis tropisches Klima
Nass-kaltes Wetter
Empfohlene Reisegebiete Mittelmeer/Kanaren im Frühjahr und Herbst bzw. ganzjährig
Hochgebirgsklima in Regionen zwischen 1.200 und 2.000 Meter über dem Meeresspiegel im späten Frühling und Sommer
Mittelgebirgsklima in Regionen zwischen 400 und 700 Meter über dem Meerspiegel im späten Frühling, Sommer und Frühherbst
Weniger empfohlene Reisegebiete Nord- und Ostsee/Nordatlantik
Tropische Reiseziele

 

Dennoch gilt: Reisen Sie dorthin, wohin Sie möchten und nicht wohin Ihre Krankheit es möchte. Es gibt kein Reiseverbot, nur weil das Klima nicht „rheumafreundlich“ ist. Ihr Arzt kann Ihnen bei der Vorbereitung mit praktischen Tipps zur Seite stehen.

Ans Ziel kommen

Die An- und Abreise sind der halbe Urlaub. Sie sollten deshalb gut überlegen, wie Sie entspannt ans Ziel kommen. Meist eignen sich Auto (individuelle Pausen) oder Bahn (zwischendurch aufstehen und an Bahnhöfen auch mal den Zug verlassen) besonders gut. Allerdings kommt man so in der Regel nicht wirklich in die Ferne. Wenn Sie fliegen möchten, können Sie einen Platz am Gang oder für einen kleinen Aufpreis einen Platz mit mehr Beinfreiheit reservieren. Und auch im Flugzeug darf man sich ruhig einmal die Füße vertreten.

Medizinische Vorbereitungen

Nicht nur Wind und Wetter spielen für den richtigen Zeitpunkt der Reise eine Rolle. Mindestens genauso wichtig ist Ihr Gesundheitszustand: Sie sollten sich in einer stabilen schubfreien Phase befinden und Ihre Medikamente bereits über einen längeren Zeitraum einnehmen. So haben Sie ausreichend Erfahrungen sammeln können, wie Sie mit diesen zurechtkommen. Nichts desto trotz sollten Sie vor Reiseantritt mit Ihrem Rheumatologen sprechen, wie Sie sich im Ernstfall, also wenn sich eine schlechte Phase ankündigt, verhalten sollen. Dieser kann zum Beispiel auch durch den Klimawechsel ausgelöst werden.

Darüber hinaus sollten Sie sich – das gilt übrigens auch für gesunde Mitreisende – über das mögliche Infektionsrisiko vor Ort und geeignete Schutzmaßnahmen informieren. Vor allem Durchfallerkrankungen können bei der Einnahme von Basismedikamenten oder Kortison zu einem Problem werden. Auch die ärztliche Versorgung vor Ort ist ein Gesichtspunkt, den es zu berücksichtigen gilt. Genauso wichtig: Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, welche Impfungen für Ihr geplantes Reiseziel nötig sind.

Die wichtigsten Reiseimpfungen schützen generell vor:

  • Cholera
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Hepatitis A
  • Typhus

Hier steht jeweils ein Totimpfstoff zur Verfügung, sodass die Impfung problemlos möglich ist. Schwierig gestaltet es sich hingegen für Reisen in die wenigen Regionen der Erde, in denen eine Gelbfieberimpfung nötig ist. Hier gibt es nur einen Lebendimpfstoff und dieser sollte bei Patienten, die Basismedikamente oder Biologika einnehmen, nicht eingesetzt werden.

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