Mit Rheuma gut leben

Beitrag vom 20. Juni 2017 | Bärbel

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Mir fällt es schwer mich zu erinnern, wie mein Leben ohne Rheuma war. Ich habe im Laufe der Jahre viel daran gearbeitet, meinen Weg zu finden, wie ich mit rheumatoider Arthritis gut leben kann. Trotzdem komme ich an meine Grenzen, wenn sich ein rheumatischer Schub ankündigt. Dann wird das Rheuma wieder zu einer Herausforderung für mich. Aber wenn es sich ruhig verhält, dann leben wir ganz gut miteinander. Das ist ein wenig so wie ein altes Ehepaar, das sich hin und wieder anzickt und dann wieder still nebeneinander herlebt.

Was tun bei Rheuma?

Für mich ist es das Wichtigste überhaupt, einen guten Rheumatologen und eine wirksame Therapie zu haben. Mir persönlich ist es dabei wichtig, dass er mich ernst nimmt, mir zuhört und meine Bedürfnisse berücksichtigt.

Aber ich habe auch gelernt, dass noch mehr zu einem guten Leben mit Rheuma gehört. Wenn ich mich überfordere – im Job, Haushalt, mit Freunden und Familie – dann tut das mir und meinem Körper nicht gut. Also kümmere ich mich sehr intensiv um Entlastung in meinem Leben. Wo immer es irgendwie möglich ist, suche ich Hilfe. Vieles bestelle ich online und lass es nach Hause liefern, Winterreifen lagern beim Autohändler und ich muss sie nicht hin und her tragen, große Gartenarbeiten lasse ich von einer gemeinnützigen Organisation günstig machen. Es gibt viele Möglichkeiten. Es ist nur manchmal schwierig aus der Routine auszubrechen und jahrelange Verhaltensmuster zu ändern. Aber ich arbeite stetig daran.

Entspannung üben und Ausgleiche schaffen

Mein Zusammenleben mit dem Rheuma ist auch deutlich besser geworden, als ich anfing einen gesunden Egoismus zu entwickeln, kein schlechtes Gewissen mehr, wenn das Wörtchen Nein über meine Lippen kommt. Ich glaube, viele von uns mit rheumatoider Arthritis kennen das. Wir machen oft zu viel und bleiben dabei selbst auf der Strecke. Warum nur? Ist unser Päckchen noch nicht schwer genug? Ich gehöre auch zu denjenigen, denen es schwer fällt, Nein zu sagen. Leichter fällt mir der Satz „Ach, das kann ich noch machen.“ Still zu sitzen und nichts zu tun, zu entspannen, mir Gutes zu tun, ist nicht einfach für mich und das obwohl mein Körper immer wieder danach verlangt. Aber heute – mit viel Übung – gelingt es mir immer besser. Ich wäge inzwischen stärker ab und gönne mir selbst mehr Ausgleichszeiten für mich. So schaffe ich es gut mit meiner rheumatoiden Arthritis zu leben.

Was ist für Dich wichtig, um mit Rheuma gut zu leben? Kennst Du das Gefühl, Dich zu überfordern? Was tust Du dagegen?

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