Marianne am Grand Canyon

Mein Weg mit der Diagnose

Beitrag vom 1. Februar 2015 | Marianne

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Chronisch entzündliche Polyarthritis – eine Aussage, die mein Leben erstmal aus den Fugen geraten lies. Meine Reaktion war totale, unglaubliche Fassungslosigkeit!

Hallo zusammen, mein Name ist Marianne und ich lebe seit circa 12 Jahren mit dieser Krankheit. Circa deshalb, da ich eine sehr lange Zeit mit Schmerzen von Arzt zu Arzt geschickt wurde, ohne Erfolg. Fast kam ich mir schon wie ein Hypochonder vor (darüber könnte ich ein Buch schreiben). Erst durch Beziehungen über eine Freundin zu einem Arzt wurde nach einiger Zeit mit diversen Tests RA (= rheumatoide Arthritis = chronisch entzündliche Polyarthritis) diagnostiziert.

Zur Feststellung dieser Krankheit besteht in unserem Gesundheitswesen noch enormer Handlungsbedarf. Frühzeitiges Handeln, bevor Gelenke dauerhaft zerstört werden, ist unendlich wichtig. Leider gibt es aber viel zu wenig Rheumatologen, um die zum Teil über ein halbes Jahr lange Wartezeit zu verbessern. Fern jeder Realität und der Welt war ich mit meinem Leid. Doch Kopf in den Sand stecken und Ohren zuhalten, nutzt ja auf Dauer realistisch gesehen überhaupt nichts. Als Sternzeichen Schütze und totaler Optimist, der gerne und intensiv auf diesem Planeten lebt, musste ein Weg gefunden werden, im Einklang mit dieser Krankheit zu leben.

Mit Hilfe eines wunderbaren Rheumatologen, einer Kur in den Bergen (hier hatte ich mit Schrecken festgestellt, mit meinen 49 Jahren zu den Oldies der Kurgäste zu zählen), endlos scheinenden Versuchen, die wirkungsvollste Behandlung zu finden und negative Versuche zu verarbeiten sowie die Erkrankung in die Arbeitswelt zu integrieren, bin ich nach sechs Jahren aktuell auf einem Level der Zufriedenheit angekommen. Sich auch mit Rückschlägen wiederholt auseinander zu setzen, fällt mir mittlerweile leichter. Auch das Thema Urlaub und Reisen – einfach nix wie weg und die Welt erkunden – beschäftigte meine Gedankenwelt enorm. Selbstverständlich muss ich auch mal weinen und jammern, aber das lege ich unter „legaler“ Notwendigkeit ab. Es geht wieder vorbei.

Was macht nun ein sportlich sehr aktiver Patient wie ich mit RA?

Das bereitete mir starkes Kopfzerbrechen. Zwei- bis dreimal die Woche war ich vor der Arbeit im Studio, laufen, Inline skaten etc. – und nun? Nach vielen (für mich) langweiligen Versuchen mit Walken und Schwimmen, habe ich nach Jahren mein Highlight gefunden. Das Zauberwort heißt Aquacycling. Es bereitet mir total viel Spaß, ist ausdauerfördernd, aktiviert den Fettstoffwechsel, ist muskelkräftigend und gelenkschonend. Zudem ist es für alle Fitnesslevel geeignet und wird von der Krankenkasse sogar bezuschusst. Für mich ist es einfach wunderbar und ich fühle mich großartig!

Mein Resümee: Positives Denken ist total wichtig! Dieses kurze Leben kann auch mit Krankheit lebenswert sein! Tun, worauf man Spaß hat, auch mal ohne Überlegung, darf ich, soll ich, schadet das eventuell? In diesem Sinn, alles Gute für alle Betroffenen wünscht Marianne.

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