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Meine Gewichtsreduktion nach Kortison

Beitrag vom 15. Februar 2015 | Bärbel

Blog
Rheumatoide Arthritis

Ich habe schon so manchen Rheuma-Schub hinter mir. Doch der letzte Schub war der Schlimmste für mich. Das Basistherapeutikum, das bisher bei mir sehr gut gewirkt hatte und meine rheumatoide Arthritis (RA) unter Kontrolle hielt, wirkte nicht mehr. Meine Gelenke waren geschwollen, entzündet und schmerzhaft und ich wahnsinnig erschöpft. Nur mit Kortison in hoher Dosierung (ungefähr 25 mg pro Tag) konnte ich das aushalten. Eigentlich sollte es nur zur Überbrückung sein bis eine neue Basistherapie wirken würde. Das sind ein paar Wochen und ich dachte, das schaffe ich schon. Doch mein Körper rebellierte; das neue Basismedikament wirkte nicht; die RA war sehr aktiv. Nach Monaten des Wartens startete mein Rheumatologe einen neuen Versuch mit einem anderen Medikament. Das sollte leider nicht das letzte sein. Es dauert fast zwei Jahre bis endlich wieder ein Basismedikament Wirkung bei mir zeigte – der 4. Versuch war dann endlich der richtige (Man braucht wirklich viel Kraft und Geduld mit einer RA!). Aber zwei Jahre mit täglich 25 mg Kortison hinterlassen ihre Spuren.

Kortison hat mich verändert

Während dieser Zeit nahm ich nämlich 20 kg zu. Nicht dass ich mich schon schlecht genug wegen des Rheumas fühlte. Wenn ich in den Spiegel schaute, sah ich auch noch zu allem Übel ein kugelrundes Gesicht. Ich konnte nichts dagegen machen. Auch wenn ich nicht mehr gegessen habe, so nahm ich doch zu. Ich dachte, wenn ich das Kortison wieder absetzen kann, purzeln die Pfunde auch wieder. Aber so einfach war es leider nicht. Nachdem endlich wieder eine Basistherapie Wirkung bei mir zeigte, die RA sich beruhigte, konnte ich das Kortison auch schrittweise wieder auf meine normale Dosis von 7 mg reduzieren. Aber an meinem Gewicht änderte das erstmal gar nichts.

Mein Training hat sich gelohnt

Aber ich wollte mich damit nicht abfinden. Mit einem Rezept von meinem Rheumatologen bin ich zweimal in der Woche zur Medizinischen Trainingstherapie in ein Rehazentrum. Dort bekam ich einen auf mich abgestimmten Trainingsplan, um Muskulatur aufzubauen. Zudem habe ich meine Mahlzeiten verkleinert. Es dauerte einige Wochen bis ich eine Veränderung spürte, aber ich habe gekämpft (auch wenn das zum Teil eine große Überwindung war).

Inzwischen gehe ich in ein Fitness-Studio und mache weiter. Vor kurzem hatte ich es dann geschafft, ich habe die kompletten 20 kg abtrainiert. Meine Kniegelenke tragen jetzt 20 kg weniger und das fühlt sich gut an. Ein weiterer positiver Effekt ist die verbesserte Stabilität. Mehr Muskulatur spüre ich auch im Alltag, beispielsweise beim Treppensteigen. Es hat sich gelohnt, zu kämpfen und nicht aufzugeben! Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und möchte darüber berichten? Oder vielleicht hast du das Gegenteil erlebt, dann berichte uns von deinen Erfahrungen. Was tust du um trotz Rheuma in Bewegung zu bleiben?

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4 Kommentare

  • irmaga | |

    Seit einem halben Jahr kämpfe ich mit dem gleichen Problem. Kein Medikament wirkt richtig, ständig habe ich Schübe, muss das Cortison erhöht werden, dann wieder langsam runtergefahren. Ich weiß gar nicht mehr wie ein Alltag ohne Schmerzen ist.
    Gott sei dank habe ich nur geringe Gewichtszunahme.
    Ich bin immer gerne Walken gegangen, leider kann ich das momentan nicht, da meine Füße zur Zeit ziemlich schmerzhaft und geschwollen sind. Im Fitness Studio baue ich meine Muskulatur regelmäßig auf und gehe schwimmen. Da ich gerne an der frischen Luft bin, fahre ich trotz kaltem Wetter auch Fahrrad zwar keine lange Strecken, ich freue mich jetzt schon auf den Frühling um das wieder vermehrt und längere Strecken zu tun.
    Ich habe jetzt Hoffnung dass die Rheuma-Schübe zum Stillstand kommen, mit einer für mich neuen Therapie mit Rituximab. Die erste Infusion habe ich. Mal sehen wie es sich weiter entwickelt. Wenn alles gut geht werde ich auch wieder walken gehen. Darauf freue ich mich am meisten.

  • Bärbel | |

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass dieses Medikament für dich das Richtige ist und es wirken wird! Ich habe mir selbst in dieser Zeit immer wieder gesagt: “Es geht vorbei!”. Und es ging vorbei – auch wenn es eine verdammt schwierige Zeit war. Aber es hat mich auch stärker gemacht.

  • cloe51 | |

    Hallo zusammen.Mir geht es jetzt seit 8Monaten Rheumamässig super.Ich spritze mich mit Enbrel 1 in der Woche und Cortison nehme ich jetzt nur noch 2mg am Tag,früher 8mg.In der Zeit hatte ich 2Schübchen…Ich bin so glücklich darüber,nur…….Ich habe mich verändert.Mir geht es seitdem seelisch nicht mehr gut.Bin schlechter Laune,hab Depressionen,verkriech mich zu Hause.Fühle mich in meiner Haut nicht mehr wohl,das fing mit Enbrel an…ist es ein Zufall oder verändert Enbrel einem?Wem geht es auch so.Auf der einen Seite gehts mir super,auf der anderen Seite gehts mir schlecht..Was ist nur Los?

    • Bärbel | |

      Hallo Cloe, ich habe mich so gefühlt als ich das viele Kortison genommen habe. Ich hatte mich seelisch sehr verändert. War nicht mehr ich selbst. Ich war sehr weinerlich, habe mich zurückgezogen und war einfach nur traurig über alles. Aber wenn du nur 2mg Kortison nimmst, kann das eigentlich fast nicht sein. Ich nehme im Moment 7mg und fühle mich seelisch wieder “normal”, wie ich so bin. 🙂 Mit Tagen, die nicht so gut sind und Tagen, an denen es mir gut geht. Hast du schon mit deinem Arzt darüber gesprochen? Er sollte das wissen, damit er darauf reagieren und dir helfen kann. Hoffe für dich, dass es bald auch deiner Seele wieder besser geht!!! Liebe Grüße, Bärbel

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