Portrait: Anke Mouni Meyer

Meine Ernährung bei Rheuma: Zuckerfrei?

Beitrag vom 28. Februar 2017 | Anke

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Geschmackssache

Dies ist ein Gastbeitrag von Anke Mouni Meyer, der Gründerin von Eat & Move Gourmetküche für Menschen mit Rheuma. Bei mir wurde in jungen Jahren chronische Polyarthritis festgestellt. Durch eine Umstellung meines täglichen Essens, habe ich es geschafft weitestgehend schmerzfrei zu leben. Als bei mir in jungen Jahren, ich war gerade mal 24 Jahre alt, rheumatoide Arthritis festgestellt wurde, wusste ich überhaupt nicht, was da auf mich zukommt. Es hat einige Zeit gebraucht, bis ich verstanden habe, was Rheuma bedeutet und wie sich diese Krankheit auswirkt.

Nach dem ich mich mit den verschiedenen Behandlungsmethoden vertraut gemacht habe, war es mir auch wichtig, meine Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe zu nehmen. Dabei ist mir vor allem mein hoher Zuckerkonsum bewusst geworden. Ein Leben ohne Zucker war für mich zu dem Zeitpunkt schwer vorstellbar – zumal, alle anderen um mich herum auch täglich Süßigkeiten aßen und das häufig in großen Mengen.

Warum lieben wir Menschen den süßen Geschmack so sehr?

Die erste Nahrung, die wir zu uns nehmen, ist süßlich: Die Muttermilch. Das ist von der Natur gut eingerichtet, denn der süße Geschmack baut schnell Energie auf. In der chinesischen Medizin wird er aus dem Grunde als der wichtigste Geschmack angesehen. Ob es sich dabei um Kohlenhydrate, Früchte, süße Gemüsesorten handelt oder eben um weißen Zucker ist erst einmal egal.

Was passiert noch im Körper, wenn wir Zucker essen?

Der Körper schüttet Serotonin – sogenannte Glückshormone – aus, wodurch im Gehirn sogenannte Belohnungspfade angelegt werden, die wiederum in uns Menschen das Verlangen nach mehr Süßigkeiten auslösen.

Und wie wirkt Zucker bei Entzündungen?

Wenn wir regelmäßig Produkte mit viel Zucker zu uns nehmen, kommt es zu einem chronisch erhöhten Insulinspiegel, der im Körper entzündungsfördernd wirkt. Dies ist für Menschen mit rheumatoider Arthritis oder anderen rheumatischen Erkrankung ungünstig.

Wie habe ich es geschafft, das Verlangen nach Süßigkeiten auf ein „normales Maß“ zu reduzieren?

Geholfen hat mir vor allem, regelmäßig „richtige“ Mahlzeiten zu essen mit genügend Proteinen wie z. B. Fisch oder Hülsenfrüchten und eine adäquate Menge an Fett. Dazu süße Gemüsebeilagen wie gebackene Süßkartoffeln, Kürbismus, Kartoffel-Möhrenstampf, Rotkohl mit Äpfeln. Lecker, oder?

Aber ganz verzichten möchte ich auch nicht. Selbst mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung wie der rheumatoiden Arthritis, Morbus Bechterew oder einer anderen rheumatischen Erkrankung, brauchen wir ab und zu etwas Süßes. Ich koche mir regelmäßig Kompotte, Milchreis oder Grießpudding und süße sie mit Ahorn- oder Reissirup. Reissirup hat den Vorteil, dass es einen hohen Anteil an Mehrfachzucker aufweist. Das bedeutet, dass sich die Zuckeraufnahme ins Blut verzögert und das Verlangen noch mehr Süßes zu essen nicht ausgelöst wird. Von Süßstoff möchte ich dir übrigens abraten, da es appetitanregend wirkt.

Hast Du Dir auch schon mal Strategien überlegt, um weniger Süßigkeiten und mehr von den gesunden Lebensmitteln zu essen? Ich bin gespannt.

 

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1 Kommentar

  • Tanja | |

    Hallo! Der Beitrag ist sehr interessant für mich. Da ich seit einiger Zeit versuche die Süßigkeiten aus meinen alltäglichen Gewohnheiten zu verbannen. Es ist nicht einfach… Aber ich habe als Ersatz Zartbitterschokolade gekauft. Sie ist weniger süß und man isst automatisch nicht die ganze Tafel 😊. Oder ich rühre Kakaopulver (kein Kaba), sondern richtigen Kakao in den Naturjoghurt. Mittlerweile mag ich das sehr gerne, ein bisschen caylon-Zimt noch dazu, schmeckt lecker. Eine Verbesserung des Rheumas konnte ich bisher noch nicht feststellen… Ich glaube allerdings, dass es sich auf Dauer positiv auf die Entzündungen auswirken wird. Also dran bleiben 😊. Ich bin gespannt auf weitere Ideen! Viele liebe Grüße Tanja

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