Mein erstes eigenes Buch über Rheuma – ein echtes Abenteuer

Im Jahre 2017 beschloss ich ernsthaft, ein Buch zu schreiben. Und zwar über mein Herzensthema „Rheuma“. Es hört sich vielleicht etwas komisch an, Rheuma als Herzensthema zu bezeichnen, aber es ist so. Schließlich sind so viele Menschen davon betroffen. Und dass Rheuma weh tut, habe ich selbst erlebt. Ich beschäftige mich aufgrund meiner eigenen Betroffenheit seit 35 Jahren damit.

 

Was hat mich motiviert, ein Buch zu schreiben?

Die Antwort ist einfach: Ich selbst habe mit einer „Ernährungstherapie“ gute Erfahrungen gesammelt und die Beschwerden der rheumatoiden Arthritis gut in den Griff gekriegt. Das war nicht immer leicht. Habe ich doch auf so etwas wie weißen Zucker komplett verzichtet und sogar auf meine geliebten Milchprodukte. Ihr müsst wissen, dass ich Käsebrote geliebt habe. Was habe ich stattdessen gemacht? Ich habe den Gemüseanteil erhöht – vor allem grünes Gemüse und regelmäßig Fisch gegessen und auch pflanzliche Proteine wie Linsen, Kichererbsen und all die anderen leckeren Hülsenfrüchte habe ich in meinen Speiseplan eingebaut. Vielleicht kennt Ihr auch Tempeh? Tempeh besteht aus fermentierten Sojabohnen und schmeckt richtig zubereitet sehr gut und macht satt. Gute Öle und vollwertige Getreidesorten wie z.B. Vollkornreis und Hirse. Hirse ist schnell zuzubereiten, leicht verdaulich und wirkt alkalisch. Auch Pseudogetreide kann man lecker zubereiten. Dazu gehören Quinoa, Buchweizen und Amaranth. Ich muss dazu sagen, dass es seine Zeit gebraucht hat, bis es mir besser ging. Doch nach einiger Zeit konnte ich besser schlafen und die Schmerzen wurden weniger.

Das alles ohne Medikamente zu machen war eine große Herausforderung für mich und ich würde es auch nicht unbedingt jedem empfehlen. Ich habe es geschafft, weil mein Partner mich sehr unterstützt hat und ich für eine längere Zeit nicht gearbeitet habe.

In einem normalen Alltag kann man sich solch extremer Belastung gar nicht aussetzen – schon gar nicht, wenn man berufstätig und durch Kinder gefordert ist und einfach „funktionieren“ muss. Deshalb ist es sicherlich besser und einfacher, wenn man die Ernährungsumstellung mit einer medikamentösen Behandlung kombiniert.

 

Verlag finden und anfangen zu schreiben – ganz schön aufregend!

Meine Erfahrung wollte ich aber unbedingt weitergeben und damit anderen Menschen mit Rheuma Mut machen und inspirieren, etwas Neues auszuprobieren und damit die Gesundheit zu stärken. Mit einem Buch, so dachte ich mir, mit vielen Rezepten und meiner Erfahrung könnte es mir gelingen.

Nachdem ich es geschafft hatte einen Verlag zu finden, deren Projektleiterin zu meiner freudigen Überraschung enthusiastisch „Ja“ sagte, legte ich los.

Wir besiegelten dieses Vorhaben mit einem Vertrag und ich begann zu schreiben. Ich startete mit dem Inhaltsverzeichnis und sammelte meine Rezepte zusammen und probierte neue aus. Als ich das grob fertig hatte, begann ich die einzelnen Kapitel durchzuarbeiten. Dafür recherchierte ich und ergänzte meine Recherchen mit meinem eigenen Wissens- und Erfahrungsschatz. Auch ein Kapitel über mich selbst und meinen Werdegang mit Rheuma sind in diesem Buch zu finden.

Im Januar 2018 habe ich dann angefangen zu schreiben – und zwar in meinem Urlaub in Lissabon. Phänomenale Bedingungen! Lissabon ist eine wunderschöne Stadt mit einer einzigartigen Atmosphäre. Meist saß ich in einem Café mit ordentlich viel Trubel um mich herum. Ab und zu aber auch in der Lounge eines exklusiven Hotels. Beides habe ich sehr genossen. Geschrieben habe ich ca. 3-4 Stunden pro Tag an meinem Laptop. Mittags bin ich immer essen gegangen in den schönen veganen Restaurants, von denen es eine Vielzahl in Lissabon gibt. Ich brauchte also nicht selbst zu kochen. Das war toll.

 

Dranbleiben und die eigenen Widerstände überlisten

Nach dieser Phase – genauer gesagt nach 14 Tagen – war ich wieder zu Hause und musste mir die Zeit anders einteilen. Das war nicht immer einfach. Ich hatte sehr viel Ablenkung durch meinen Arbeitsalltag, unter anderem mit Kochaufträgen, die ich zu erledigen hatte. Außerdem habe ich bei der Rheuma-Liga einen Vortrag gehalten. Das war einer meiner ersten Vorträge und dementsprechend lang hat mich die Vorbereitung in Anspruch genommen.

Manchmal wurde es wirklich schwierig für mich, die Schreibzeiten einzuhalten beziehungsweise dranzubleiben. Mit Hilfe einer Freundin ist mir das aber dann doch sehr gut gelungen. Ich hatte mit ihr vereinbart, pro Tag mindestens 30 Minuten an meinem Buch zu schreiben und ihr dann eine Mail zu schicken, dass ich es auch wirklich getan habe. Durch diese Vereinbarung habe ich gemerkt, dass 30 Minuten fast immer drin sind. Für den Schreibfluss ist es definitiv besser. Das Gehirn bleibt am Ball und im Thema. Wenn man ein paar Tage aussetzt, braucht man eine gewisse Zeit, um wieder reinzukommen. Durch diese Vereinbarung bin ich konstant drangeblieben.

 

Fotosession als Highlight

Ein besonders toller Tag war eine wunderschöne Fotosession mit einem richtig netten Fotografen in einer Kochschule in Hamburg. Dort gebe ich auch meine Kurse und kenne mich dementsprechend gut aus und habe mich sofort wie zu Hause gefühlt. Wir haben vor allem Fotos von mir gemacht. Man sieht mich unter anderem beim Kochen oder auf sogenannten Genussfotos, auf denen ich zum Beispiel genussvoll an Rosmarin schnuppere. Für das „Drumherum“ und damit die Bilder lebendig aussehen, habe ich verschiedene Sachen zubereitet wie beispielsweise Kuchen, Sushi, Suppen und Desserts. Es war ein wunderschöner Tag.

Terminstress

Leider musste ich zweimal den angepeilten Abgabetermin verschieben. Mein Buch wurde einfach nicht fertig und ich kam langsam immer mehr aus der Puste. Ich sehnte mich danach, das Manuskript endlich abzugeben. Ein Buch zu schreiben ist eine echte Abenteuerreise: Man braucht Disziplin, Durchhaltevermögen und Geduld.

 

Ganzheitliche Ernährung bei Rheuma, Arthrose, Gicht

Das Buch heißt übrigens „Ganzheitliche Ernährung bei Rheuma, Arthrose, Gicht“ und ist im Trias Verlag unter meinem Namen – Anke Mouni Meyer – erschienen. Es enthält über 120 Rezepte aus verschiedenen Kategorien. Von Gemüse, Hülsenfrüchten, Suppen und Saucen über Getreide- und Fischgerichte bis hin zu exotischeren Dingen wie Tempeh, Tofu oder Seitan. Und natürlich jede Menge Desserts ohne Zucker. Hinzu kommen viele weitere Tipps zur Behandlung von Rheuma. Darunter auch einiges, was man selbst tun kann. Dazu gehören zum Beispiel Körperwickel, Bewegungsmöglichkeiten, Psychotherapie oder traditionelle Medizin.

Ich konnte es kaum erwarten, das Buch in den Händen zu halten. Seit dem 6. Februar 2019 ist es nun endlich im Buchhandel erhältlich.

Habt Ihr schon einmal darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben?

 

Rezept: Die grüne Suppe – für eine extra Portion Chlorophyll für die Leber

2 dicke Broccoli in Röschen geschnitten, den Strunk in Würfel

1 Stange Staudensellerie in Streifen geschnitten

1 Stange Lauch in Ringe geschnitten

1 Knoblauch (optional)

1 Handvoll Petersilie- und Minzblätter gehackt

weißen Pfeffer

700 ml Suppenstock

1 TL hefefreie Gemüsebrühe

 

Sellerie und Lauch anbraten. Broccoli dazugeben und mit dem Suppenstock auffüllen. Zum Kochen bringen und 10 Minuten auf kleiner Hitze köcheln lassen bis das Gemüse gar ist. Im nächsten Schritt püriere alles und schmecke die Suppe mit der Gemüsebrühe und etwas Pfeffer ab.

 

Tipp: Wildkräuter wie Brennessel oder Brunnenkresse passen auch sehr gut. Beides kann am Schluss 5 Minuten mitkochen.

 

Quelle

Rezept aus „Ganzheitliche Ernährung bei Rheuma, Arthrose und Gicht – Himmlische Rezepte gegen höllische Schmerzen“ von Anke Mouni Meyer