Kollegen am Arbeitsplatz

Ein neues Miteinander mit Rheuma finden

Lifestyle

Eine rheumatische Erkrankung wie die Rheumatoide Arthritis (RA) oder die ANCA-assoziierte Vaskulitis (AAV) betrifft nicht nur Sie als Patienten. Je nach Krankheitsaktivität können Schmerzen, körperliche Einschränkungen oder Erschöpfung auch für Ihre Familie zu einer Herausforderung werden. Hinzu kommt, dass eine chronische Erkrankung häufig Angstgefühle auslöst, in der Familie oder im Freundeskreis nicht mehr mithalten zu können oder nicht mehr akzeptiert zu werden.

Dann ist es oft nötig, die Tagesabläufe und Routinen der neuen Situation anzupassen. Dies kann für alle Beteiligten zu einer Gratwanderung werden. Einerseits möchten Patienten niemandem zu Last fallen, andererseits wünschen sie sich aber auch Verständnis, Trost und Unterstützung. Und für Angehörige oder Freunde ist es manchmal schwierig, das richtige Maß an Fürsorge zu finden, ohne den Betroffenen dabei zu bevormunden oder in eine ungewollte Abhängigkeit zu drängen.

Auch wenn es schwerfallen mag: Am besten suchen Sie das offene Gespräch. Teilen Sie sich gegenseitig Ihre Bedürfnisse und Wünsche mit, formulieren Sie als Betroffener, wo Sie konkret Unterstützung und Hilfe benötigen. Bewährt hat sich, genau festzulegen, wer welche täglichen Aufgaben übernimmt und die Verteilung an die Tagesform anzupassen. Wenn Ihnen dies nicht allein gelingt, kann auch eine professionelle psychologische Beratung hilfreich sein, die Wege für ein harmonisches Familienleben neu zu definieren.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre „Rheumatoide Arthritis – mit der Veränderung umgehen“, die Sie hier bestellen oder direkt herunterladen können.

Berufstätig mit einer rheumatischer Erkrankung

Rheuma kann auch schon in jüngeren oder mittleren Lebensjahren auftreten – also zu Beginn des beruflichen Weges oder mitten im Berufsleben. Dank der heutigen stark wirksamen Therapiemöglichkeiten ist eine Berufstätigkeit auch mit der Erkrankung möglich, Frühberentungen sind deutlich seltener geworden. Das ist ein großer Fortschritt. Denn: (Wieder) arbeiten zu können, ist nicht nur wichtig für den Lebensunterhalt, sondern bedeutet zudem auch Unabhängigkeit, Anerkennung und Teilnahme am sozialen Leben. Um den Beruf weiter ausüben zu können, gibt es für Patienten mit rheumatischen Erkrankungen eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten durch die Arbeits- und Integrationsämter (ehemals: Hauptfürsorgestellen) sowie die Rehabilitationsträger und Berufsgenossenschaften.

Erfahrungsgemäß ist es am günstigsten, sich zuerst an eine neutrale Beratungsstelle zu wenden Eine wichtige Anlaufstelle sind hier vor allem die regionalen Integrationsämter. Hier können Sie Ihre individuelle Situation schildern und sich umfassend über verfügbare Möglichkeiten der beruflichen Eingliederung und das geeignete Vorgehen beraten lassen.

Im zweiten Schritt sollte das Gespräch mit dem Arbeitgeber bzw. Vorgesetzen gesucht werden, um zusammen mit ihm ein Konzept zu erarbeiten, wie es möglich ist mit Erkrankung den Beruf weiterhin auszuüben. Auch der Betriebsrat und der Betriebsarzt können als Berater hilfreich sein. Scheuen Sie sich nicht, die vielfältigen Möglichkeiten zur beruflichen Rehabilitation in Anspruch zu nehmen, die der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit dienen. Zuständig für diese Hilfen sind die gesetzliche Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit.

Mehr zu diesem Thema finden Sie in den Broschüren „Hilfen für Rheumapatienten zur Rückkehr ins Berufsleben“, die Sie hier bestellen oder direkt herunterladen können.

Das Thema Schwerbehinderung

Als Patient mit einer chronischen rheumatischen Erkrankung haben Sie unter Umständen auch Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Ab einer mittelgradigen oder schweren Behinderung, dem sogenannten Grad der Behinderung (GdB) von 50 aufwärts, wird dieser vom Versorgungsamt ausgestellt. Er gewährt Ihnen besondere Rechte und Ansprüche.

Dazu gehören in erster Linie:

  • ein erweiterter Kündigungsschutz
  • ein Anspruch auf zusätzlichen Urlaub
  • Zuschüsse für eine spezielle Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • Vorgezogene Altersrente
  • Steuerfreibetrag bei Einkommen- und Lohnsteuer

Mehr zu diesem Thema finden Sie in der Broschüre „Hilfen für Rheumapatienten im Umgang mit Krankenkassen, Versicherungen und Behörden“, die Sie hier bestellen oder direkt herunterladen können.

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