Leben mit Rheuma

Leben mit Rheuma

Nach der Diagnose einer rheumatischen Erkrankung müssen sich die meisten Betroffenen erst einmal neu orientieren, denn das Leben mit Rheuma ist anders. Auch wenn es nun eine Gewissheit gibt, was hinter den vielleicht schon jahrelangen Beschwerden steckt: Eine chronische Erkrankung kann auch vieles unklar machen und eine ganze Reihe von Fragen aufwerfen. Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf meinen Alltag, mein Berufsleben, meine Familie? Was kann ich jetzt oder in Zukunft überhaupt noch leisten? Und was kann ich tun, damit es mir besser geht? Entscheidend ist, dass Sie sich mit Ihrer Erkrankung auseinandersetzen. Kennen Sie alle Hilfsangebote und Behandlungsmöglichkeiten? Wissen Sie, welche Fragen Sie ihrem Rheumatologen stellen sollten? So können Sie Ihre persönliche Strategie für den Umgang mit Rheuma finden und den Alltag mit Rheuma meistern!

Welche Strategien es gibt und wie andere mit Ihrer Krankheit umgehen, beschreiben nicht nur unsere Helden wie Bärbel in ihrem Blog. In unserem HELDEN-Magazin stellen wir Ihnen weitere Alltags-Helden vor.

Die richtige Ernährung finden

Essen beeinflusst unser Wohlbefinden. Zwar gibt es weder eine spezielle Rheumadiät noch Ernährungsweisen, die Medikamente ersetzen oder Rheuma heilen können. Trotzdem liest man immer wieder, dass eine angepasste Ernährungsweise die Krankheitsaktivität positiv beeinflussen kann. Empfohlen wird eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, mehr fettreichen Fischsorten und fettarme Milchprodukte, dafür aber weniger Fleisch, Wurst und Eier. Beachtet man einige wenige Grundregeln, kann sich das auf die Entzündungsprozesse im Körper auswirken. Darüber hinaus empfiehlt sich natürlich auch eine regionale und saisonale Ernährung beim Leben mit Rheuma.

Seien Sie erfinderisch und probieren Sie neue Dinge aus, wie zum Beispiel das so genannte „Superfood“. Haben Sie schon einmal Chiasamen oder Quinoa gegessen? Oder kochen Sie sich doch einmal eine Kürbissuppe mit Ingwer. Und wer weiß: vielleicht finden Sie so schnell eine Ernährungsform, die zu Ihnen und Ihrem Körper passt.

Bewegung tut gut beim Leben mit Rheuma

Viele Rheumapatienten möchten zusätzlich zu ihrer Therapie selbst etwas für ihr Wohlbefinden tun. Ein Rezept dafür sind Sport und Bewegung. Denn körperliche Aktivität hat zahlreiche positive Effekte auf unsere Gesundheit. Sie hilft speziell bei Rheumatoider Arthritis, die Gelenke beweglich zu halten. Leben mit Rheuma bedeutet gleichzeitig auch, den Alltag bewegter zu gestalten. Egal, ob in Form des täglichen Spaziergangs, einer kleinen Fahrradtour zum Einkaufen oder mit einem speziell zusammengestellten Trainingsprogramm. Vielleicht entdecken Sie ja auch Yoga oder Tai Chi für sich. Oder sind Sie eine Wasser-Ratte? Sich im Wasser bewegen schont im Gegensatz zum Laufen auch die Gelenke und beansprucht mehrere unterschiedliche Muskelgruppen.

Auch hier gilt: Versuch macht klug! Besprechen Sie am besten direkt mit Ihrem Arzt, welche Sportarten überhaupt in Frage kommen. Dann heißt es: ausprobieren! Denn wie bei so vielem gilt auch beim Sport, dass der Spaß im Vordergrund stehen sollte. Nur so bleiben Sie dauerhaft dabei.

Entspannung lindert die Symptome

Neben Sport und Bewegung können Betroffene auch mit gezielten Entspannungsübungen viel für Ihr Wohlbefinden tun. Denn eine chronische Erkrankung ist immer auch Stress für Körper und Seele. Bei Autogenem Training oder Progressiver Muskelentspannung einfach mal abzuschalten, kann dabei helfen, Stresshormone abzubauen, Verspannungen zu lösen und die rheumatypischen Schmerzen zu lindern.

Machen Sie das, was Ihnen hilft abzuschalten und einmal die Seele baumeln zu lassen. Manchmal reicht auch ein kurzer Spaziergang. Wer mehr will, sucht sich einen entsprechenden Entspannungskurs, das Angebot ist groß. Vielleicht finden Sie auch andere Wege, um Stress abzubauen – Hauptsache, es geht Ihnen gut!

Trotz Rheuma in den Urlaub fahren

Dem Stress entfliehen – das geht natürlich am besten im Urlaub. Dem steht eine rheumatische Erkrankung heutzutage nicht mehr im Wege, vorausgesetzt, die Reise ist gut geplant. Dabei sind Fragen nach der Anreise genauso zu berücksichtigen wie die nach den klimatischen, hygienischen und medizinischen Bedingungen des Reiselandes. In jedem Fall ins (Hand)Gepäck gehört ausreichender Vorrat an Medikamenten.

Oftmals hilft es auch, sich im Vorhinein über die medizinischen Voraussetzungen im Urlaubsland zu informieren. Wer gut Bescheid weiß, erlebt seltener böse Überraschungen. Dennoch sollte Sie die Krankheit nicht von Ihrer Traumreise abhalten. Gut vorbereitet lassen sich viele Dinge realisieren. Und sollte Ihnen doch einmal die Krankheit dazwischen kommen: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Das Miteinander neu finden

Von einer chronischen Erkrankung sind nicht nur die Patienten selbst, sondern auch ihre Angehörigen und Freunde betroffen. Bei einer Rheumatoiden Arthritis können Symptome wie Schmerzen, körperliche Beeinträchtigungen oder Erschöpfung für alle Beteiligten zu einer Herausforderung werden. Manchmal muss der Alltag neu organisiert werden oder der Betroffene ist plötzlich auf Hilfe angewiesen. Oft verändern sich das Selbstbild und damit auch das Verhältnis zu Partnerschaft und Sexualität. Sollten Sie in eine Situation kommen, in der Ihre Zwischenmenschlichen Beziehungen negativ beeinflusst werden, suchen Sie sich frühzeitig Hilfe. Eine Physiotherapie kann dabei helfen, sich wieder selbst zu akzeptieren und so auch die Beziehungen zu anderen stärken. Doch nicht nur soziale Kontakte kommen auf den Prüfstand. Auch Ängste und Sorgen um die Zukunft, beispielsweise um die beruflichen Perspektiven, kommen immer wieder auf.

Den Beruf weiterhin ausüben

Dank der effektiveren Behandlungsmöglichkeiten können heutzutage immer mehr Patienten ihren Beruf weiter ausüben. Dabei kann eine ganze Reihe von Anpassungen am Arbeitsplatz dabei helfen, den Berufsalltag zu erleichtern und die Berufstätigkeit über einen langen Zeitraum zu erhalten und damit aktiv im Leben mit Rheuma zu stehen.Die Maßnahmen reichen von physischen Anpassungen wie eine ergonomische Tastatur oder ein neuer Schreibtischstuhl bis hin zu Anpassungen, die Arbeitszeit und die ausgeführte Tätigkeit betreffen. Und auch die offene Aussprache mit Vorgesetzten und Mitarbeitern kann helfen, das Arbeitsklima langfristig zu verbessern. Wichtig ist: Bringen Sie ein gewisses Maß an Flexibilität mit!

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