Kongress der Rheumatologen 2017

Beitrag vom 12. Oktober 2017 | Bärbel

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Auch in diesem Jahr fand der Kongress der DGRh (Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie) statt. Immer im Herbst treffen sich für vier Tage die internistischen und orthopädischen Rheumatologen sowie die Kinder- und Jugendrheumatologen. Sie präsentieren und diskutieren neue wissenschaftliche Studien zu Medikamenten und den verschiedenen rheumatischen Erkrankungen. Es ist ein umfangreiches wissenschaftliches Programm mit zahlreichen Vorträgen. Das Programmheft umfasst über 100 Seiten.

Der Patient im Mittelpunkt

Es gibt aber nicht nur medizinisch-wissenschaftliche Themen. Auch zahlreiche Vorträge über uns Patienten werden dort gehalten. Prof. Dr. Andreas Schwarting stellte in seinem Vortrag zum Beispiel ein Rheuma Netzwerk in Rheinland-Pfalz vor. Es hat zum Ziel die Wartezeiten beim Rheumatologen zu verkürzen und eine lückenlose Begleitung der Patienten durch den Hausarzt, Rheumatologen, Klinik und Rehabilitation zu ermöglichen. Kennt das jemand von Euch und kann uns aus persönlicher Sicht davon berichten?

Die Arzt-Patienten-Beziehung ist auch immer ein großes Thema. Im Vortrag von Pola Hahlweg fallen dann Stichworte wie „Partizipative Entscheidungsfindung“. Früher haben Ärzte für uns die Entscheidungen getroffen. Doch heute wollen wir Patienten mitreden. Nicht immer bekommen wir von unserem Arzt ausführliche Informationen über Vor- und Nachteile einer Therapie oder es gibt Ärzte, die nicht auf unsere Fragen und Bedenken eingehen. Ich persönlich finde das sehr wichtig und für mich war das schon öfter ein Grund den Arzt zu wechseln. Es gibt leider immer noch Ärzte, die nicht mit uns die Entscheidungen treffen, sondern über uns. Wie siehst Du das? Soll Dein Arzt für Dich entscheiden oder willst Du lieber eine gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt treffen?

Mehr Verständnis für Jugendliche

Spannend finde ich außerdem das Projekt „Mein Rheuma wird erwachsen“ der Rheuma-Liga. Auf dem Kongress waren Jugendliche, die sich ehrenamtlich als Peers engagieren und sie haben bei Erwachsenen-Rheumatologen um Verständnis geworben. Denn leider brechen viele junge Menschen ihre Therapie ab, wenn sie vom Kinder- und Jugendrheumatologen zum Erwachsenen-Rheumatologen wechseln müssen – und das kann leider im späteren Verlauf der Erkrankung Schäden mit sich bringen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Die Peers begleiten Gleichaltrige und bereiten sie auf den Wechsel und die jetzt notwendige Eigenverantwortung vor. Ich habe großen Respekt für dieses Engagement.

Ausblick: Im nächsten Jahr findet der Kongress vom 19. bis 22. September in Mannheim statt.

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