Rheumaheldin Mouni gibt Tipps gegen entzündete Gelenke

Kohlwickel bei Rheuma: Omas altes Hausrezept – immer noch wirksam

Kohlwickel hört sich nicht so sexy an, oder? Ich weiß. Doch so ein Wickel ist unglaublich angenehm und tut meinen entzündeten Gelenken richtig gut. Doch der Reihe nach.

In der Phase, als schmerzende und geschwollene Gelenke bei mir noch an der Tagesordnung waren, war ich so glücklich, selbst etwas tun zu können, um mir Linderung zu verschaffen.

Und in punkto „Linderung“ sind Kohlwickel meiner Meinung nach unschlagbar und noch dazu eine höchst günstige Medizin, die sich jeder leisten kann. Sie sind leicht anzuwenden und bringen mir Linderung auf sanfte Art und Weise. Jedoch sollte man immer Rücksprache mit seinem Rheumatologen halten und seinen Therapieplan befolgen.

Übrigens, besonders sexy sind sie tatsächlich nicht. Mit Vorliebe habe ich sie nachts angewandt und das würde ich auch jedem so empfehlen, weil es einfach am praktischsten ist.

Zum Glück habe ich einen sehr verständnisvollen Partner, der mich in jeder Phase meines Lebens unterstützt und der da gerne ein Auge zugedrückt hat… 😉

 

Wie wirken Kohlwickel?

Kohl, dazu gehören zum Beispiel Weißkohl und Wirsing, hat die Eigenschaft, Wasser aus dem Gewebe zu ziehen. Das ist sehr angenehm bei geschwollenen Gelenken. Sie wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Das liegt an den sekundären Pflanzenstoffen, wie den schwefelhaltigen Senfglucosinolaten und den Flavonoiden, welche im Kohl enthalten sind.

Schon die alten Römer und Griechen wussten über die positiven Eigenschaften von Kohl Bescheid und haben ihn für medizinische Anwendungen, wie zum Beispiel Wickel, eingesetzt.  Es wurden sogar Salben und Getränke zur inneren Anwendung hergestellt. Meines Wissens wird Kohl immer noch gern in der Rheumatherapie eingesetzt – innerlich wie äußerlich. Einfach großartig, finde ich.

 

Bei welchen Beschwerden wende ich den Kohlwickel an?

Kohlwickel können auch bei anderen Beschwerden ein hilfreiches Hausmittel sein:

– Bei entzündeten Gelenken, weil sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

– Bei geschwollenen Gelenken, weil sie dem Gewebe Wasser entziehen.

– Bei Schwellungen, die durch Prellungen entstanden sind.

– Kohlwickel haben sich auch bewährt bei Kniearthrose. Sie wirken hier schmerzlindernd und die Beweglichkeit soll sich bei fortgeschrittener Arthrose laut einer Studie erheblich verbessern. Sie sollten dafür aber über mehrere Wochen angewandt werden.

Wie wende ich die Wickel an?

Am besten nimmst Du die äußeren Blätter vom Wirsing oder Weißkohl und schneidest die Mittelrippe raus. Die Blätter legst Du auf ein Tuch und walzt sie kurz durch, damit die äußere Schale bricht und der Saft austreten kann. Dieses Blatt wickelst Du um die betroffene Stelle und legst ein Tuch oder eine Mullbinde darum und fixierst es. Dort lässt Du es mindestens zwei Stunden liegen, am besten, wie bereits erwähnt, über Nacht. Du kannst es noch mit Klarsichtfolie umwickeln, weil das die Wirkung noch verstärken kann. Diese Wickel kannst Du je nach Beschwerden regelmäßig anwenden. So lange, bis Du merkst, dass es besser wird.