Arztgespraech

Gespräch mit meinem Rheumatologen

Beitrag vom 12. Juni 2014 | Bärbel

Blog
Rheumatoide Arthritis

Ich gestehe, ich bin nicht immer ganz ehrlich zu meinem Rheumatologen, obwohl ich einen netten Rheumatologen habe, mit dem ich mich gut verstehe. Seit Jahren bin ich in Behandlung bei ihm und doch kann ich ihm nicht immer alles erzählen. Das tue ich nicht aus böser Absicht ihm Gegenüber, sondern vielmehr weil ich manchmal seine Antwort nicht hören will. Kennst du das? Gibt es auch Themen, die du nicht so gerne ansprichst?

Im letzten Jahr zum Beispiel hatte ich immer wieder starke Durchfälle. Zuerst dachte ich an eine Lebensmittelunverträglichkeit. Bestimmt nichts Ernsthaftes. Warum sollte ich meinem Rheumatologen davon erzählen? Ich beobachte das. Ich wusste, wenn ich ihm davon erzähle, schickt er mich zum Gastroenterologen zu einer Darmspiegelung und davor wollte ich mich drücken. Zum einen hatte ich Angst vor der Prozedur an sich und zum anderen auch vor dem Ergebnis. Ich habe doch schon Rheuma, noch eine Krankheit muss nicht sein. Ich habe mich selbst belogen und gedacht, wenn ich meinem Rheumatologen nichts davon erzähle, dann kann er mich auch nicht zur Darmspiegelung schicken und ich muss mich auch nicht mit dem Ergebnis auseinandersetzen. Das hat aber nur kurze Zeit funktioniert. Es wurde nämlich nicht besser. Also musste ich etwas tun. Ich musste mit meinem Rheumatologen sprechen. Wie ich schon geahnt habe, hat er mich direkt zum Gastroenterologen geschickt. Die Darmspiegelung hat jetzt nicht gerade Spaß gemacht, aber es war auch nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte. Das Ergebnis war negativ. Keine Auffälligkeiten, mein Darm ist gesund. In der Zwischenzeit hatten die Krämpfe und Durchfälle auch wieder aufgehört – einfach so. Ich war erleichtert und froh, dass ich sicher sein konnte, dass mein Darm in Ordnung war. Gut, dass ich mit meinem Rheumatologen gesprochen habe.

Das war für mich mal wieder so ein Erlebnis, das mir klarmachte, dass ich mit meinem Arzt reden muss. Ich muss mit ihm über alles sprechen, was irgendwie im Zusammenhang mit meiner rheumatischen Erkrankung steht oder stehen könnte. Mich selbst zu belügen, hilft mir nicht. Damit ich meinen Rheumatologen umfassend über meinen körperlichen Zustand informieren kann und nichts vergesse (manchmal liegen mehrere Monate zwischen den Terminen), mache ich mir Notizen. Wie stark waren meine Schmerzen? Welche Gelenke waren entzündet? Hatte ich sonstige Beschwerden? Musste ich Medikamente einnehmen, die mir ein anderer Arzt verordnet hat? Meistens bin ich vernünftig und habe eingesehen, dass Verdrängen von Problemen keine Lösung ist. Aber manchmal ist es einfacher…

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