Gelenkschutz bei Rheuma

Gelenkschutz im Rheuma-Alltag

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Ein Thema, das wir alle gerne aufschieben, ist der Gelenkschutz bei Rheuma. Jeder fühlt sich noch zu jung, um sich darüber jetzt schon Gedanken zu machen. Aber die Gelenke vor Abnutzung zu schützen, ist in jedem Alter ein wichtiges Thema. Ohne die vielen kleinen Bewegungen, die wir dank unserer Gelenke machen, wäre der Alltag deutlich komplizierter. Deshalb gibt es Möglichkeiten, um solchen Einschränkungen vorzubeugen. Hier finden Sie Tricks und Kniffe, wie man den Alltag gelenkschonend gestalten kann.

Gelenkschutz bei Rheuma – professionelle Anleitung für den Anfang

Das Wichtigste zuerst: Sie sollten versuchen zu lernen, Ihre Grenzen zu akzeptieren. Versuchen Sie dauerhaft mit Gewalt über sie hinauszugehen, schützen Sie Ihre Gelenke nicht, sondern gefährden sie. Deshalb ist es gut, einen Fachmann zurate zu ziehen. Ein Ergotherapeut, der auf Rheuma spezialisiert ist, kann auf Ihre Bedürfnisse eingehen. Er trainiert mit Ihnen gelenkschonendes Verhalten und kann Sie zur Bewältigung Ihres Alltags beraten. Gegebenenfalls passt er auch Orthesen oder Lagerungsschienen an, die Gelenkfehlstellungen entgegenwirken. Mit einer speziellen Wickeltechnik können Verbände oder auch Bandagen zur Entlastung des Gelenks beitragen.

Auch die Physiotherapie leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gelenke. Denn eine wichtige Regel des Gelenkschutzes lautet: „Bewegen statt belasten“. Gezielte Bewegungsübungen sorgen durch den schonenden Aufbau von Muskulatur für eine Entlastung der Gelenke. Doch nicht nur während der Physiotherapie, auch zu Hause sollten sie darauf achten, sich ausreichend Bewegung zu verschaffen. Hierfür ist unter anderem auch ein Minitrampolin geeignet. Das Schwingen und Springen kräftigt nicht nur die Muskulatur und entlastet die Gelenke – es kann auch Spaß machen.

Tipps und Tricks zum Gelenkschutz im Rheuma-Alltag

Zusätzlich zum Training unter professioneller Anleitung können schon kleine Tipps einen großen Beitrag zum Gelenkschutz leisten. Arbeiten Sie zum Beispiel immer kraftsparend und verteilen Sie Belastungen. Tragen sie etwa nicht die ganze Wasserkiste auf einmal, sondern transportieren Sie jeweils nur so viele Flaschen, wie sie problemlos bewältigen können. Sollten Sie unter Bewegungseinschränkungen leiden, können Ihnen Hilfsmittel den Alltag erleichtern. Kleine Helferlein, wie die Badebürsten, Griffhilfen, Schuhlöffel oder elastische Schnürsenkel können die Selbstständigkeit erhalten. Aber auch ungewöhnliche Ideen führen zum Erfolg: Lackierrollen helfen beim Eincremen mit Sonnencreme, Nussknacker unterstützen beim Öffnen von Flaschen, Schraubenzieher dienen als Hebel für den Hausschlüssel. Deshalb lautet der letzte wichtige Tipp: „Werden Sie kreativ!“ Denn erlaubt ist, was die Gelenke entlastet und Ihren Alltag erleichtert.

Gelenke auch am Arbeitsplatz entlasten

„Legen Sie während der Arbeit öfter mal die Füße auf den Tisch!“, das wollten Sie sicher immer schon mal hören. Und tatsächlich ist es eine ernst gemeinte Aufforderung. Gerade im Büroalltag sollte die Haltung oft gewechselt werden, um die Gelenke zu entlasten. Also „zappeln“ Sie ein wenig herum, wechseln Sie die Sitzposition und lockern Sie bewusst Rücken, Schultern und Handgelenke. Auch für den Arbeitsplatz gibt es wichtige Hilfen. Indem ein Schaumstoffkissen unter den Unterarm gelegt wird, kann in gerader Achse und damit gelenkschonend gearbeitet werden.

Wichtig im Büro und im Alltag ist es, gerade kleine Gelenke nicht zu belasten. Darum empfiehlt es sich, auf breite Griffe bei Besteck und bei Stiften zu achten. Spezielle Stifte mit dickeren Griffen verteilen den Druck gleichmäßiger und auf eine größere Fläche der Hand. Wer nicht auf seinen Lieblingsstift verzichten mag, kann sich Griffverstärker zum Beispiel aus Isolierschaum selber basteln.

Eine Anleitung dazu sowie weitere Anregungen und Tipps zu Gelenkschutz bei Rheuma und Bewegungsübungen finden Sie auch in den „Tipps für den Alltag“-Videos der Deutschen Rheumaliga.

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