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Früherkennung von Rheuma: Patienten erkennen die Symptome nicht

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Ein früher Therapiebeginn bei Rheumatoider Arthritis trägt entscheidend dazu bei, dass langfristige Gelenkschäden und Beeinträchtigungen vermieden werden können. Voraussetzung dafür ist, dass Betroffene die Symptome früh genug erkennen und einen Facharzt aufsuchen. Eine Studie aus Großbritannien hat nun gezeigt, dass nur den wenigsten Menschen die Symptome einer Rheumatoiden Arthritis überhaupt bekannt sind. Dies führt dazu, dass viele erst gar nicht zum Arzt gehen. Doch wie kann die Früherkennung von Rheuma gefördert werden?

Patienten nehmen die Symptome nicht ernst

Die Forscher an der Universität Birmingham zeigten den Teilnehmern unterschiedliche, für eine bestimmte Erkrankung charakteristische Symptome. In einer Befragung sollten die Teilnehmer dann sagen, ob sie mit den genannten Beschwerden einen Arzt aufsuchen würden oder nicht. Neben typischen Symptomen für die Rheumatoide Arthritis, wie etwa schmerzende Gelenke, wurden den Teilnehmern auch diejenigen für Darmkrebs und Brustenge (Angina Pectoris) gezeigt. Die Untersuchung ergab, dass in den seltensten Fällen alleine durch die Symptome auf Rheuma geschlossen wurde. Dies war bei denen für Darmkrebs und Brustenge anders. Denn die Teilnehmer der Studie hatten hier eine viel größere Bereitschaft, bei beginnenden Symptomen direkt einen Arzt aufzusuchen. Bei den rheumatischen Beschwerden gaben sogar viele an, dass sie mit dem Symptomen leben würden, ohne auch nur vorher einen Arzt aufgesucht zu haben.

Selbst die Früherkennung von Rheuma in die Hand nehmen

Die Deutung der Signale für eine rheumatische Erkrankung ist oftmals schwierig. Bei einer ersten Orientierung hilft  die Rheuma-Checkliste . Beantwortet man eine der Fragen mit „ja“, rät der Test einen Arzt aufzusuchen. Einen weiteren ersten Test für Zuhause bietet zudem der Rheuma-Check der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie. Aber Achtung: Diese Tests ersetzen natürlich niemals den Gang zum Arzt. Denn auch wenn der Fragebogen keinen Hinweis auf Rheuma bringt, kann immer noch eine Erkrankung vorliegen. Trotzdem führen solche Tests für zu Hause dazu, dass sich Betroffene bereits vor der Diagnose mit der Erkrankung auseinandersetzen.

Frühdiagnose-Sprechstunden verkürzen die Wartezeit auf einen Termin

Wie wichtig eine frühe Diagnose ist, zeigt auch die Einführung so genannter „Frühdiagnose-Sprechstunden“. Patienten, die eine Überweisung zum Rheumatologen von ihrem Hausarzt bekommen haben, erhalten bei diesen besonderen Sprechstunden innerhalb kurzer Zeit einen Termin. Eine Übersicht über die Rheumazentren und die Frühdiagnose-Sprechstunde erhalten Sie im Praxis- und Klinikwegweiser im Rheumanet. Die Forscher der Studie aus Birmingham raten nun dazu, Kampagnen für die Früherkennung von Rheuma ins Leben zu rufen und so die Bevölkerung auf die Krankheit aufmerksam zu machen.

 

Quelle:

Simons G et al. Symptom Recognition and Perceived Urgency of Help-Seeking for Rheumatoid Arthritis and Other Diseases in the General Public: A Mixed Method Approach. Arthritis Care & Research. Vol. 69, Issue 5, May 2017, Pp 633–641. DOI: 10.1002/acr.22979

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