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Ernährung bei Rheuma?

Beitrag vom 28. März 2014 | Bärbel

Blog
Geschmackssache

Kann ich mit einer Ernährungsumstellung meinen Krankheitsverlauf beeinflussen? Muss ich dann weniger Medikamente einnehmen oder kann ich sogar geheilt werden? Was ist mit Ernährung bei Rheuma, speziell der rheumatoiden Arthritis, möglich? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ernährung bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, wie der rheumatoiden Arthritis, ist ein viel diskutiertes Thema, bei dem manchmal verschiedene Welten aufeinanderprallen. Zurzeit wird viel über vegane Ernährung und ihre positiven Effekte gesprochen – nicht unbedingt im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis, sondern ganz allgemein. Es gibt Ernährungsweisen, die den Säure-Base-Haushalt ins Gleichgewicht bringen. Manche Fasten und fühlen sich gut damit. Sicherlich gibt es noch viel mehr Varianten. Hast du positive Erfahrungen mit einer Ernährungsumstellung gemacht? Hat sich deine rheumatische Erkrankung, speziell die rheumatoide Arthritis, dadurch verändert? Was kannst du anderen zum Thema Ernährung empfehlen?

Ich habe es vor einigen Jahren mit einer vitalstoffreichen Vollwerternährung nach Dr. Bruker versucht. Das umfasst u.a. viel Rohkost, wenig bis keine tierischen Eiweiße und den täglichen Frischkornbrei mit frisch geschrotetem Getreide und viel Obst. Meine rheumatoide Arthritis hat es nicht verändert. Alles musste ich selbst frisch zubereiten, keine Restaurantbesuche mehr, keine Einladung zum Essen bei Freunden. Ich gestehe, dass ich außerdem zu den Menschen gehöre, die gerne ein Schnitzel essen und darauf zu verzichten fiel mir schwer. Das war für mich Stress und das wiederum wirkte sich eher negativ auf meine rheumatische Erkrankung aus. Heute achte ich besonders darauf, dass ich mich wohlfühle, es mir gut geht und ich Stress möglichst meide. Das tut mir gut.

Trotzdem achte ich natürlich auf meine Ernährung. Ich beachte – nicht immer, aber meistens – die 10 Regeln einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt. Ich esse viel Fisch und wenn schon, dann fettreichen Fisch (Lachs, Makrelen oder Hering), da dieser besonders viel von den guten Omega-3-Fettsäuren enthält. Auch bei den Ölen, die ich benutze, achte ich darauf, dass sie viele Omega-3-Fettsäuren enthalten. Das trifft auf Raps-, Soja-, Lein- und Walnüssöl zu. Beim Fleisch versuche ich mich zurückzuhalten und wenn dann esse ich mageres Fleisch wie Hühnchen, Rind oder Lamm. Leicht fällt mir viel Obst und Gemüse zu essen, wenig Zucker und Fett, reichlich Flüssigkeit schaffe ich nicht immer, schonende Zubereitung ist für mich selbstverständlich geworden und an der regelmäßigen Bewegung arbeite ich zurzeit verstärkt. Das funktioniert für mich gut und ich fühle mich wohl damit. Ich bin der Meinung, jeder sollte seinen Weg finden. Bei allen gesunden Aspekten zu diesem Thema sollte jedoch der Genuss des Essens nicht in den Hintergrund treten. Wenn eine spezielle Ernährung, wie zum Beispiel vegane Ernährung, für dich machbar ist und du dich damit wohlfühlst, prima.

Noch ein Buch-Tipp: Sehr detaillierte Informationen zu diesem Thema ist in dem Buch von Olaf Adam zu lesen. „Diät & Rat bei Rheuma und Osteoporose: Rezepte gegen Entzündung und Schmerz“, ISBN 978-3775005777, Hädecke Verlag

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5 Kommentare

  • babsn | |

    Das Essen ist bei mir auch so ein Thema.
    Ich verzichte so gut wies geht auf Schweinefleisch, Weißwein, zu starken Essig, Alkohol im allgemeinen,… Da merke ich dann schon wenn ich etwas zuviel sündige das ich kurz darauf schmerzen bekomme. Ich habe meinen Speiseplan so umgestellt, dass ich einmal in der Woche sündige. Auf alles kann man ja auch nicht verzichten.
    Finde es gigantisch wieviel man damit steuern kann.
    Empfehlen kann ich den Dr. Kottas Gelenkstee (gibt bei uns in Österreich in der Apotheke)
    Habe auch gelesen, dass Erdbeeren und Kirschen entzündungshemmend sind. Aber da ich sowieso ein Obst-Tiger bin hab ich diese jedes Jahr am Speiseplan. Schlimm wird’s bei mir aber mit Ananas und Orangen. Aber bei einen guten Obstsalat gehören die nun mal dazu.

  • Bärbel | |

    Ich habe das bei mir eine Zeit lang auch sehr genau beobachtet, ob ich auf Schweinefleisch, Alkohol oder bestimmte Obst- und Gemüsesorten reagiere. Aber ich konnte keinen Zusammenhang bei mir feststellen. Bei mir reagieren die Gelenke sehr sensibel auf Stress und innere Anspannung. Aus den vielen Gesprächen mit anderen Rheumatikern habe ich den Eindruck, dass es bei uns allen etwas unterschiedlich ist, auf was der Körper und die Gelenke reagieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut ist, sich damit zu beschäftigen, was sich negativ und was sich positiv auf den eigenen Körper auswirkten kann. So habe ich schrittweise gelernt, besser mit meiner Erkrankung umzugehen und wie schon erwähnt, darauf zu achten, dass ich mir Gutes tue.

    Danke auch für den Tipp mit dem Dr. Kotta Gelenkstee. Ich habe mal nachgeschaut, was darin enthalten ist. Es ist ein Brennnesseltee. Es gibt Heilpflanzen, die eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung haben. Dazu gehört neben der Weidenrinde, Ingwer undTeufelskralle auch die Brennnessel.

  • irmaga | |

    Ich ernähre mich auch ohne Schweinefleisch. Alkohol mag ich nicht.
    In meinem Fitnessstudio gibt es einen Ernährungsplan nach Bausteinen. Es wird nach deiner täglichen Beweglichkeit ausgerechnet, welche und wieviele Bausteine in verschieden Blöcken du täglich essen sollst. 1 Block wäre z.B. Eiweißprodukte, oder Getreideprodukte u.s.w.
    Ich halte mich jetzt so ungefähr 6 Wochen danach und muss feststellen, die Beschwerden sind besser geworden.
    Ich trinke einen 7×7 Kräutertee von Jentschura tägl. so 750 ml und ab und zu Ingwertee frisch aufgebrüht. Wenn er abgekühlt ist den Saft von einer Zitrone und einen Teel. Honig dazu. Hilft auch bei Erkältung.

  • Joe | |

    Ich habe auf Grund meiner Erkrankung Morbus Bechterew unsere Ernährung vollkommen umgestellt.
    Ich merkte sehr schnell, das meine Gelenke unwahrscheinlich anschwollen. Durch den Bechterew sind auch die Beine und Arme arg angeschwollen. Hier bekomme ich aber dadurch das ich eine tolle Haus Ärztin habe vier Stunden in der Woche Lhymdrenage. Das wirkt sich sehr positiv auf meine Gelenke aus.
    Bewegung ist das A und O bei dieser Erkrankung, passiert das nicht ist eine Verkrümmung vorprogrammiert.
    Ich fing an , meine Ernährung grundsätzlich um zu stellen. Fleisch war für mich immer in Hülle und Fülle vorhanden in meiner Kindheit
    vorhanden, da wir auf dem Land lebten war es eben kein Problem.
    Aber da bemerkte ich schon das Arme und Beine sehr dick wurden.
    Ich bin 1953 geboren, auf Morbus Bechterew kam kein Arzt drauf oft habe ich mich gefragt ob man sich dessen bewusst war, das es einen
    Bechterew gibt.
    Jedenfalls geht es mir ohne Fleisch sehr viel besser, Gemüse, Obst, Milch, Käse, Fisch stehen immer auf dem Tisch.
    Die Schmerzen sind erträglicher geworden.
    Also war es eine gute Entscheidung mich so zu ernähren.
    Ich kann nicht sagen das mir etwas fehlt.
    Mein Lebenspartner zieht da vollständig mit.

  • Mareike | |

    Mein RA in den Fingern fing vor 1 1/2 Jahren an und da ich bis dahin nie großartig Medikamente genommen habe, habe ich mich erst mal nach den alternativen Möglichkeiten umgeschaut bevor ich zu Medikamenten greife und auch viel in meiner Ernährung ausprobiert. Dabei habe ich bemerkt, dass Alkohol und mein geliebter Kaffee leider wahres Gift für meine Finger ist. Da ich mich seit meinem 12. Lebensjahr vegetarisch ernähre fällt Fleisch eh weg, hinzu kam wieder vermehrt Lachs wegen den Omega-3-Fettsäuren. Weizen habe ich so gut wie komplett gestrichen und durch Dinkel und Roggen ersetzt,genau so wie tierisches Eiweiß durch weglassen oder durch ersetzen mit Sojaprodukten. Natürlich steht sehr viel Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Was einfach noch nicht klappen will, ist die Schokolade komplett weg zu lassen.
    Ich musste mir nur leider vor kurzem eingestehen, dass ich wohl trotz der wesentlichen Verbesserung durch die Ernährungsumstellung nicht um die medikamentöse Behandlung drum herum komme und werde mich bei meinem nächsten Termin von meinem Rheumatologen diesbezüglich beraten lassen.

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