Schwangerschaft bei Rheuma

Erfolgreiche Familienplanung trotz Rheuma

Miteinander
Rheumatoide Arthritis

Während Rheumapatientinnen früher häufig von ihrem Kinderwunsch abgeraten wurde, sind sich Medizin und Forschung heute soweit einig, dass mit einer rheumatischen Erkrankung eine Schwangerschaft in der Regel auch möglich ist. Für die Gesundheit von Mutter und Kind müssen allerdings einige Dinge besonders beachtet werden – vom Zeitpunkt des Kinderwunsches bis zur Stillzeit.

Gute Planung ist alles

Wenn Sie Ihren Kinderwunsch verwirklichen möchten, sollten Sie darüber möglichst früh mit Ihrem behandelnden Rheumatologen sprechen. So kann die Medikation, vor allem die Therapie mit sogenannten Basismedikamenten und Biologika entsprechend ausgewählt oder angepasst werden. Denn während einige Medikamente mehrere Monate vor einer Schwangerschaft zwingend abgesetzt werden müssen, können andere Wirkstoffe durchaus noch weiter eingenommen werden.

Übrigens: Auch bei männlichen RA-Patienten, die eine Familie gründen möchten, muss die Therapie darauf eingestellt werden. Hier gilt ebenfalls, dass eine Zeugung bei einigen Medikamenten riskant ist bzw. sie die Zeugungsfähigkeit negativ beeinflussen können.

Zur guten Planung gehört auch der richtige Zeitpunkt: Die Erkrankung sollte möglichst stabil, die Krankheitsaktivität möglichst niedrig sein und Sie so wenig Beschwerden wie möglich haben. Dann besteht sogar die Möglichkeit, die Medikamente im Verlauf der Schwangerschaft immer niedriger zu dosieren – mit trotzdem ausreichender Wirkung.

Wichtig: Keinesfalls sollten Sie bei aufkommendem Kinderwunsch Ihre Medikation eigenmächtig verändern. So riskieren Sie eine plötzliche Verschlechterung verbunden mit einer höheren Dosierung während der Schwangerschaft – und möglichen Folgen für die gesunde Entwicklung des Kindes.

Oft bessern sich die rheumatischen Beschwerden

Bei vielen Patientinnen bessern sich die rheumatischen Beschwerden im Laufe der Schwangerschaft, meist nach den ersten drei Monaten. Ursache dafür scheinen die vielen hormonellen Veränderungen zu sein, die unter anderem dafür sorgen, dass weniger entzündungsfördernde Botenstoffe gebildet werden.

Die Schwangerschaft sollte jedoch in einer Phase mit möglichst niedriger Krankheitsaktivität eintreten. Dann müssen die werdenden Mütter in der Regel auch keine negativen Folgen für das Baby befürchten. So kann zwar das Geburtsgewicht des Babys ein wenig niedriger als bei gesunden Frauen sein, die Frühgeburtenrate ist bei inaktiver RA aber nicht erhöht. Eine engmaschige Kontrolle des Schwangerschaftsverlaufs beim Gynäkologen ist aber ohnehin angeraten, um mögliche Komplikationen rechtzeitig festzustellen.

Höhere Krankheitsaktivität in der Stillzeit

Auch wenn die rheumatischen Beschwerden in der Schwangerschaft meist gering sind, so ist nach der Geburt oft mit einem Anstieg der Krankheitsaktivität zu rechnen. Dieser Schub tritt in der Regel sechs bis zwölf Wochen nach der Entbindung auf. In der Stillzeit sind dann also unter Umständen wieder mehr Medikamente nötig, um die Beschwerden zu lindern und die Erkrankung zu kontrollieren. Wenn Sie stillen möchten, sollten Sie auch darüber bereits frühzeitig mit Ihrem Rheumatologen und Gynäkologen sprechen. Wie in der Schwangerschaft ist auch hier die Einnahme einiger Medikamente durchaus möglich.

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