Bluttest - Blutproben und Formular

Welche Blutwerte sind mir wichtig?

Beitrag vom 18. März 2014 | Bärbel

Blog
Rheumatoide Arthritis

Kennst du deine Blutwerte? Beobachtest du sie im Verlauf deiner rheumatischen Erkrankung und wenn ja, welche sind für dich relevant?

Ich frage meinen Rheumatologen immer nach meiner Blutsenkung und meinem CRP-Wert. Meine Blutwerte werden regelmäßig bei meinem Rheumatologen kontrolliert. Alle 3-4 Monate, ein paar Tage bevor ich einen Termin bei ihm habe, gehe ich zum Blut abnehmen, um dann anschließend meine Werte mit ihm zu besprechen. Meist ist erfreulicherweise auch alles normal, meine Werte sind im Normbereich. Es werden regelmäßig u.a. Leberwerte (AST/ früher GOT, ALT/ früher GPT und GGT), Nierenwert (Kreatinin) und das Blutbild u.a. mit Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die wichtig für die Immunabwehr sind), Erythrozyten (rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff transportieren), Hämoglobin (roter Blutfarbstoff, der Sauerstoff bindet) überprüft. So kann mein Rheumatologe feststellen, ob meine Medikamente Nebenwirkungen in meinem Körperinneren verursachen.

Meine Entzündungswerte, die auch im Blut gemessen werden, sind da nicht immer so erfreulich. Die Blutsenkungsgeschwindigkeit und der CRP-Wert schwanken bei mir leider, je nachdem wie hoch die Aktivität der Entzündungen in meinen Gelenken ist. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt meine Werte selbst einzuschätzen. Oft, aber nicht immer stimmen die Werte damit überein, wie ich mich fühle und wie sich meine Gelenke anfühlen. Sind die Werte hoch, ist die Entzündungsaktivität bei mir meistens auch hoch. Aber Achtung: Manchmal können die Werte auch hoch sein, weil eine andere Entzündung, wie beispielsweise eine Mandelentzündung vorliegt. Hohe Werte lassen nur Rückschlüsse zu, dass es eine Entzündung im Körper gibt, nicht wo sie ist. Es gibt aber auch Medikamente, die einen Einfluss auf den Entzündungswert, den CRP-Wert, haben und dieser bleibt dann auch bei hoher Entzündung niedrig. Außerdem gibt es Menschen, bei denen der Wert nicht ansteigt, obwohl eine Entzündung vorliegt. Auch das kann vorkommen. Ich freue mich, wenn meine Blutsenkung und mein CRP-Wert möglichst niedrig sind. Habe ich gerade ein neues Medikament bekommen, freue ich mich, wenn sich die beiden Werte nach unten bewegen. Bei mir ist dies ein Zeichen, dass das Medikament anfängt zu wirken. Manchmal sinken die Werte zuerst und erst dann erst merke ich es in den Gelenken, indem Schmerzen und Schwellungen nachlassen.

Es gibt noch zwei weitere Blutwerte, die im Arztgespräch immer wieder mal erwähnt werden. Das sind der Rheumafaktor und der Nachweis von Antikörpern gegen CCP (Anti-CCP). Das sind zwei Werte, die u.a. zur Diagnose einer rheumatoiden Arthritis herangezogen werden. Der Rheumafaktor ist nicht ganz so eindeutig, wie er sich anhört. Auch gesunde Menschen können den Rheumafaktor haben und umgekehrt gibt es auch Menschen mit RA (wie ich zum Beispiel), die keinen Rheumafaktor im Blut haben. Er ist nur bei circa 65-75% der Menschen mit RA nachweisbar. Etwas genauer ist der Nachweis von Anti-CCP. Ihn haben circa 95% der Menschen mit RA. Aber auch er ist nur ein Hinweis auf eine rheumatoide Arthritis, kein eindeutiger Beweis. Bei mir zum Beispiel kann dieser auch nicht nachgewiesen werden und ich habe trotzdem eine RA.

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4 Kommentare

  • Bone | |

    Zur Zeit bin ich ca. alle drei Monate bei einem Rheumatologen. Bei dem ich zum ach-so-vielten mal mein Blut zur Kontrolle abgebe. Ja, das ist wichtig, schon allein wegen der Nebenwirkungen meiner Medikamente, und ich hoffe auch, daß es bei mir Sturm klingelt, falls sich da etwas unnormal verändert hat. Aber ansonsten halte ich davon meinen Kopf frei.
    Mir hat diese Einstellung auf jeden Fall geholfen und ich habe erfahren, dass man bei einem Aufenthalt im Krankenhaus, falls es dann mal wieder soweit ist, neu über alles nachdenken kann und muß.
    Aber nochmals! Geht wirklich regelmäßig zur Blutuntersuchung. Schleichende Prozesse im Körper negativer Natur können nur so früh genug wahr genommen werden.
    Da wir sowieso Dauerschmerzen haben und uns daran gewöhnt haben, bemerken wir RAPen so etwas erst, wenn es zu spät ist.

  • Sonnenschein | |

    Hallo! Ich bin neu hier im Forum und habe seit 2005 RA.
    Gerade heute war ich mal wieder bei meiner Rheumatologin im Krankenhaus. Ich gehe da auch so ca. alle 3-4 Monate hin, damit meine Blutwerte überprüft werden können und ich frühzeitig Schäden vorbeugen kann. So 1x im Jahr werden auch meine Hand-und Fußgelenke geröngt um dortige evtl. Schäden rechtzeitig zu erkennen. Doch bisher habe ich da noch Glück gehabt. Ich denke schon, daß es wichtig ist, regelmäßig zu kontrollieren, da die Medikamente (bei mir “Metex” und “Leflunomid”) auch nicht immer so harmlos sind. Cortison brauche ich schon seit einiger Zeit nicht mehr-nur noch bei starken Schüben.
    Mittlerweile denke ich aber auch nicht mehr jeden Tag über meine Erkrankung nach-ich sehe das so wie “Bone”….und halte mir den Kopf frei. Darüber simmulieren bringt eh nix…immer positiv denken, Leute!! 😉

  • irmaga | |

    Meine Blutwerte werden auch so alle 3-4 Monate kontrolliert, ich find es immer interessant die Werte zu vergleichen. Das letzte Jahr ist der Rheumafaktor gesunken. Ich hatte aber im 1. Halbjahr häufig Rheumaschübe jetzt muss von den Medikamenten her umgestellt werden und hoffe sie schlagen gut an. Die Gelenke verändern sich auch mitlerweile. Ich höre schon auf meinen Körper und merke die kleinsten Veränderungen dann bin ich froh wenn ich dies mit meiner Rheumatologin besprechen kann.

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