Vortrag vor Patienten beim DGRh 2018 - Rheumahelden

Patiententag auf dem DGRh-Kongress 2018

Vom 19. bis 22. September fand in Mannheim der diesjährige Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) statt. Hier trafen sich über 2000 Rheumatologen, Orthopäden, Pflege- und andere Fachkräfte, um sich über aktuelle Themen der Rheumatologie auszutauschen. Im Rahmen des Kongresses gab es auch wieder einen Patiententag – organisiert von der Rheuma-Liga Baden-Württemberg – bei dem sich über 400 Betroffene über aktuelle Entwicklungen in der Rheumatologie informiert haben. Die Schwerpunkte der Veranstaltung lagen in diesem Jahr zum einen auf Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden) und zum anderen auf den Versorgungsstrukturen.

In der Rheumatologie zeichnet sich ein Wandel ab

Neue Erkenntnisse in der Rheumatologie sind wichtig, wie Rotraut Schmale-Grede, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga, in ihrem Grußwort betonte. Daher ist es erfreulich, dass sich der diesjährige Kongress auch dem Wandel gewidmet hat. Noch immer ist es schwierig, als Patientin oder Patient zeitnah einen Termin in einem rheumatologischen Zentrum zu erhalten. Doch auch hier sind in den kommenden Jahren Verbesserungen zu erwarten, da es z. B. erleichtert werden soll, neue Praxen zu eröffnen.

Neue Konzepte machen Mut für die Zukunft

Herr Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz, Rheumatologe an der Uniklinik Heidelberg, hat in seinem Beitrag über „Aktuelles in der Rheumatologie“ deutlich gemacht, wie wichtig eine frühe Therapie bei rheumatischen Erkrankungen ist. Denn durch sie lassen sich erhebliche bessere Erfolge erzielen. Hierbei spielen die bestehenden Versorgungsstrukturen eine wichtige Rolle – am Budget liegt es aus seiner Sicht jedenfalls nicht. Ein essenzieller Punkt ist die Nachwuchsförderung und auch die Entlastung der Rheumatologen durch Fachassistenzpersonal. Letztere sind sehr wichtig für Patientenschulungen, wodurch die Therapietreue und damit die Therapieerfolge verbessert werden. Neue diagnostische und auch therapeutische Konzepte machen Mut für die Zukunft in der Rheumatologie. Dies darf und muss auch öffentlich kommuniziert werden. Es ist von Bedeutung, dass dieses Fachgebiet bei über 1,5 Millionen Betroffenen angemessen wahrgenommen wird. Und schließlich geht es in der Rheumatologie um Prävention – Impfen und Bewegung sind zwei Maßnahmen, mit denen wir alle etwas für uns tun können. So gab es zur Auflockerung nach diesem Vortrag unter Anleitung einer Physiotherapeutin auch gleich ein paar Übungen für alle!

Frühe Diagnose und Therapie bei Riesenzellarteriitis wichtig

Vaskulitiden waren das Thema von Herrn Prof. Dr. Raoul Bergner, Rheumatologe am Klinikum Ludwigshafen. Er hat in seinem Vortrag Symptome, Diagnostik und Therapie dieser Gruppe von Erkrankungen anschaulich dargestellt. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die sogenannte Riesenzellarteriitis. Bei diesem Krankheitsbild sind eine frühzeitige Diagnose und Therapie sehr wichtig, da sowohl eine Erblindung als auch das Platzen von großen Gefäßen drohen können. Patienten sollten also auf Symptome wie starke Kopfschmerzen, Schmerzen beim Kauen, Sehstörungen und allgemeine Abgeschlagenheit achten. Die Therapie beginnt in der Regel mit hochdosierten Kortisonmedikamenten. Die Ärzte versuchen jedoch die Dosis nach und nach zu reduzieren („Ausschleichen“), da die Kortisontherapie mit erheblichen Nebenwirkungen einhergeht. Ein erstes Biologikum ist zur gezielten Therapie der Riesenzellarteriitis zugelassen, das besser wirkt als konventionelle Therapien und mit dem sich gleichzeitig Kortison einsparen lässt.

Frau Prof. Dr. Angela Zink vom Deutschen Rheumaforschungszentrum und Frau Prof. Dr. Kirsten Minden vom Klinikum Charité in Berlin haben schließlich noch einmal Ergebnisse zur Versorgungslage von Rheumapatienten mit unterschiedlichen Lebensbedingungen aus wissenschaftlicher Perspektive präsentiert.

Es war ein rundes Programm, das von allen Teilnehmern an diesem spätsommerlichen Tag in Mannheim interessiert verfolgt wurde. Für Gesprächsstoff in der Pause und danach war gesorgt – und es ist ein gutes Gefühl, dass es auch und gerade in der Rheumatologie Fortschritte in der Versorgung gibt!